Eine prekäre Wohnsituation in einem Zinshaus am Gürtel in Meidling spitzt sich zu – jetzt scheint es erstmals eine erste Lösung zu geben.
Für Mittwoch ist in Wien winterliches Wetter angekündigt. Tageshöchstwerte: vier Grad, mit Minustemperaturen in den Morgenstunden. Und Wind. In einem Zinshaus am Gaudenzdorfer Gürtel 41 wird es besonders kalt werden. Dort gibt es nämlich bereits seit zwei Jahren weder Heizung noch Strom oder fließendes Wasser – und es ist trotzdem noch bewohnt.
Bei einem „Krone“-Lokalaugenschein zeigte das Thermometer keine 10 Grad in den Innenräumen. Doch wie konnte es so weit kommen? Die rechtliche Situation ist schwierig. Laut Wiener MieterHilfe -Chef Christian Bartok hat der Hauseigentümer eine Scheinuntermieterkonstruktion vorgeschoben, die Wohnungen wurden untervermietet. Derzeit wohnen noch fünf Personen mit einem aufrechten Mietvertrag im Gebäude. Diese werden auch von der Mieterhilfe betreut. Mit einem ersten Erfolg.
Vor Gericht wurden die in dem Haus lebenden Personen als Hauptmieter anerkannt, das heißt, sie bekommen die Kaution vom Eigentümer zurück. Mit der dann eine Wohnung am Wohnungsmarkt gefunden werden kann. Die Gerichtsentscheidung ist noch ausstehend.
Bei Gefahr in Verzug folgen Sofortmaßnahmen
Aus dem Büro von Bezirksvorsteher Wilfried Zankl (SPÖ) heißt es, dass der Bezirk in Fragen des Mietrechts niemals involviert ist. Der Bezirksvorsteher begrüßt aber jede Maßnahme, die die Situation vor Ort verbessert.
Die Wasserentnahmestelle beim nahegelegenen Hydranten wurde von den Mitarbeitern der MA 31 (Wiener Wasser) aufgrund des zu erwartenden Frosts entfernt. Eine Wasserversorgung wird seitens der Gruppe Sofortmaßnahmen mit einem Wasserwagen dreimal pro Woche bereitgestellt. Mehrmals monatlich finden zudem gemeinsam mit den zuständigen Fachstellen Begehungen im Gebäude statt, um den Zustand des Hauses zu überprüfen. Sollte Gefahr in Verzug bestehen, werden umgehend Sofortmaßnahmen eingeleitet, heißt es von der Stadt.
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