23.04.2013 11:52 |

Studie zum Islam

Junge Musliminnen leben in Österreich gut integriert

Junge Musliminnen leben in Österreich gut integriert. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag präsentierte IFES-Studie, die im Auftrag des Integrationsstaatssekretariats durchgeführt worden ist. Zwischen der ersten Generation und den darauffolgenden Generationen bestehen allerdings mitunter große Unterschiede. Während etwa bei den Muslimen der ersten Generation eine überwiegend traditionelle Arbeitsteilung in der Familie herrscht, haben sich Musliminnen der zweiten und dritten Generation den Österreicherinnen weitgehend angepasst.

Im Rahmen der Studie des Meinungsforschungsinstituts wurden im Vorjahr 1.000 Muslime in Österreich mit türkischem und bosnischem Migrationshintergrund befragt. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • 39 Prozent der Muslime der ersten Generation unterstützen das Rollenbild "Mann im Beruf, Frau in der Familie". Musliminnen der zweiten Generation sind bei der Hausarbeit weniger stark involviert als jene der ersten Generation, die Männer beteiligen sich mehr.
  • Muslime, die in erster Generation in Österreich leben, haben einen deutlich höheren Kinderwunsch als die einheimische Bevölkerung. In der zweiten Generation nähern sich die Werte jenen der Einheimischen an.
  • Muslimische Frauen fühlen sich im Schnitt moderner als die Männer. Von der ersten zu den nächsten Generationen nimmt der Anteil der Traditionellen ab, jener der Modernen zu.
  • Die islamische Bevölkerung schätzt sich selbst erheblich religiöser ein, als dies die nicht-muslimische Bevölkerung tut. 38 Prozent der Österreicher halten sich insgesamt für religiös, in der ersten Generation der Muslime sind es 73 Prozent bei den Männern und 87 bei den Frauen. Diese starke Religiosität nimmt zur zweiten und dritten Generation hin deutlich ab: Die Werte liegen bei 57 Prozent für Muslime und 62 für Musliminnen.
  • In Bezug auf die Sprache der Predigt in Moscheen sind 61 Prozent dafür, dass nur bzw. auch auf Deutsch gepredigt wird.
  • Für die Mehrheit der muslimischen Männer (56 Prozent) liegt die Entscheidung darüber, ob eine Muslimin ein Kopftuch tragen soll, bei der Frau. 16 Prozent meinen, dass ihre Frau auf jeden Fall ein Kopftuch tragen sollte bzw. muss, 13 Prozent halten das in der Öffentlichkeit für nicht notwendig.
  • Erhoben wurde in der Studie auch die Mediennutzung von Muslimen. Genutzt werden in erster Linie Fernsehen (87 Prozent regelmäßige Nutzung) und Internet (67 Prozent). Zeitungen, Magazine und Radio nutzt nur eine Minderheit regelmäßig. Türkische Fernsehsender werden häufiger gesehen als deutsche. Auch im Internet setzt etwa die türkische Community stärker auf Websites in ihrer Muttersprache.

Für den Theologen Paul Zulehner, einen der Studienautoren, zeigen die Daten den "tief greifenden Wandel", den Muslime in Österreich durchlaufen: "Das betrifft die Geschlechterrollen, das Freiheitsgefühl, das Commitment (Engagement, Hingabe, Anm. d. Red.) in der islamischen Kommunität. Hier ist die Islamische Gemeinschaft selbst gefordert." Für Österreich stelle sich die Frage, wie diese dynamische Entwicklung behutsam unterstützt und gefördert werden kann.

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