Tausende Verletzte

China: Bereits rund 180 Tote nach schwerem Beben

Ausland
21.04.2013 08:27
Nach dem verheerenden Erdbeben in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ist die Zahl der Todesopfer auf 180 gestiegen. Rund 7.000 Menschen seien verletzt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag. Das Beben ereignete sich Samstag früh um kurz nach 8 Uhr (2 Uhr MESZ) chinesischer Zeit in der Nähe der Stadt Ya'an, in der etwa 1,5 Millionen Menschen leben.

Chinas Erdbebenwarte bezifferte die Stärke mit 7,0, die US-amerikanische Erdbebenwarte setzte die Stärke bei 6,6 an. In den ersten 24 Stunden nach dem Beben registrierte Chinas Erdbeben-Netzwerkzentrum 1.165 Nachbeben, von denen allerdings nur drei eine Stärke von 5,0 oder mehr erreichten.

Chinas Staatsfernsehen zeigte Bilder von zerstörten Häusern in der Region. Rettungskräfte versuchten, Opfer aus den Trümmern zu bergen. Zerstörte Straßen und ein beschädigtes Handynetz erschwerten die Rettungsarbeiten allerdings. Am Sonntag in der Früh erreichte ein Rettungstrupp die bisher abgeschnittene Gemeinde Baoxing, wie Xinhua berichtete. Ursprünglich waren 870 Einsatzkräfte zu dem Ort geschickt worden, aber bisher erreichten noch nicht alle die Gemeinde. Sie mussten teilweise klettern.

Ministerpräsident Li Keqiang ließ sich bereits am Samstag mit einem Helikopter nach Lushan bringen, um vor Ort die Hilfe zu koordinieren. "Das Wichtigste ist jetzt, die ersten 24 Stunden nach dem Beben zu nutzen. Es ist die entscheidende Zeit, um Leben zu retten", hatte er zuvor gesagt. Rettungskräfte aus dem ganzen Land wurden in die Region geschickt. Alleine 7.500 Soldaten und zehn Flugzeuge sind im Einsatz. Das Ministerium für Zivilangelegenheiten schickte unter anderem 30.000 Zelte und 50.000 Decken nach Sichuan.

Helfer: "Viele Straßen blockiert"
Eine Mitarbeiterin der Hilfsorganisation World Vision sprach von großen Herausforderungen für die Helfer: "Viele Straßen sind noch blockiert, und die Handyverbindungen funktionieren nicht richtig", berichtete Helferin Meimei Leung der Nachrichtenagentur dpa.

Unterdessen mussten Tausende Menschen die Nacht im Freien verbringen. Weil bei vielen Gebäuden noch nicht klar ist, wie stark sie durch das Beben beschädigt wurden, wurden vielerorts vorsorglich Zelte auf Straßen und Plätzen errichtet. Auch könnten Nachbeben weitere Gebäude zum Einsturz bringen.

70.000 Tote bei Beben im Jahr 2008
Im Mai 2008 hatte die Provinz Sichuan eines der schlimmsten Erdbeben in Jahrzehnten mit rund 70.000 Toten erlebt. Die Bausubstanz in Chinas ländlichen Gebieten ist häufig minderwertig und nicht erdbebentauglich.

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