Bewusstes Statement, Provokation, Zufall oder Nachlässigkeit? Ein Plakat am Amtshaus Penzing irritiert. Die Erklärung lesen Sie hier.
Mit einem Plakat am Zaun des Amtshauses ehrt der 14. Bezirk Johanna Dohnal (1939-2010), SPÖ-Politikerin, Frauenministern und eine Ikone der feministischen Bewegung.
Was Passanten irritiert: Dohnal ist rauchend mit Glimmstängel im Mund abgebildet. „Was hat das für Vorbildwirkung?“, fragt eine „Krone“-Leserin. Eine Wirtin, in deren Lokal längst striktes Qualmverbot gilt, wettert: „In Zeiten, in denen die Politik uns fast alles verbieten will, fühle ich mich dadurch verschaukelt.“
Frauen und Rauchen, das stand in grauer Vergangenheit für Emanzipation. Ist Dohnals Abbildung also eine etwas aus der Zeit gefallene Botschaft? Wie beim legendären Helmut Schmidt (1918-2015). Der deutsche Kanzler war ohne seine „Menthol“ nur ein halber Mensch gewesen. Nein, erklärt Bezirksvorsteherin Michaela Schüchner (SPÖ) gegenüber der „Krone“. Dieses Dohnal-Porträt sei einfach ein „schönes Bild“, deshalb sei es ausgewählt worden. Beschwerden hätte es deshalb bei der Penzing-Chefin noch keine gegeben.
Ein „schönes Bild“ eben. Hätte es nicht auch andere gegeben? Das elektronisch Fotoarchiv der „Krone“ zählt bis zum Jahr 2000 zurück 15 Abbildungen der Ex-Ministerin. Auf keinem einzigen ist die Wienerin mit einer Zigarette abgebildet.
Manchen mag es egal sein, andere vermissen hier die nötige Sensibilität. Daher der „Kasperl der Woche“ für die Penzinger Bezirksvertretung.
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