16.04.2013 11:14 |

Nach Evaluierung

Kampusch: "Ich empfinde es als positiv"

"Ich empfinde es als positiv, es war unangenehm für mich, dass die Leute dachten, ich sage die Unwahrheit" - so hat Natascha Kampusch am Montagabend das Ergebnis der Fall-Analyse der internationalen Evaluierungskommission kommentiert. Die Experten hatten erklärt, dass es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit neben Wolfgang Priklopil keine weiteren Täter gegeben habe.

Nachdem auch das deutsche Bundeskriminalamt und das amerikanische FBI keinerlei Hinweise für eine Mehrtätertheorie finden konnten, könne sie "ein bisschen entspannter durch die Straßen Wiens gehen", erklärte Kampusch im ORF. Es sei nämlich bislang angesichts der Täter-Diskussion auch zu Beschimpfungen ihrer Person gekommen.

"Eindeutig für Einzeltätertheorie ausgesprochen"
Die damals zehnjährige Kampusch war am 2. März 1998 entführt und mehr als acht Jahre lang in einem Keller bei Priklopils Haus in Strasshof (Niederösterreich) gefangen gehalten worden. Erst am 23. August 2006 gelang der mittlerweile 18-Jährigen die Flucht, Priklopil beging daraufhin Selbstmord. Obwohl die polizeilichen Ermittlungen zum Ergebnis kamen, dass der Entführer alleine gehandelt hatte, und auch Kampusch selbst dies bestätigte, waren anderslautende Verschwörungstheorien nie verstummt. Ein parlamentarischer Unterausschuss empfahl daher im Vorjahr eine neuerliche Evaluierung des Falles unter Beiziehung internationaler Ermittler.

Das Ergebis dieser Evaluierung präsentierte am Montag der Präsident des deutschen Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke. Die Aussage einer jungen Zeugin, die die Entführung im Jahr 1998 beobachtet und von zwei Tätern berichtet hatte, bezeichnete Ziercke zwar als "subjektiv glaubwürdig", dennoch habe sich das Mädchen "objektiv geirrt". Die Evaluierungskommission hat sich daher "eindeutig für die Einzeltätertheorie ausgesprochen".

Dienstag, 31. März 2020
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