Für die meisten steirischen Haushalte werden im nächsten Jahr die Netzengelte deutlich steigen. Ein Plus von 29 Prozent wird erwartet, das treibt die Stromrechnung in die Höhe. Die große Ausnahme ist Graz, hier sinken die Tarife sogar.
Der Strompreis setzt sich aus drei Komponenten zusammen: dem reinen Energiepreis (der 2022 durch die Decke ging, seitdem wieder deutlich gesunken ist), den Netzentgelten sowie Steuern und Abgaben. Während Kunden den Energieanbieter frei wählen können, ist der Netzbetreiber vorgegeben.
Und genau diese Netzentgelte werden 2025 deutlich steigen. Hintergrund: Die Betreiber müssen große Investitionen in die Netze tätigen, weil immer dezentraler Strom eingespeist wird, vor allem die Photovoltaik-Anlagen spielen eine gewaltige Rolle. Österreichweit rechnet die Regulierungsbehörde E-Control mit einem Plus von 23 Prozent, in der Steiermark (mit ihrer fordernden Topografie) sollen es gar 29 Prozent sein.
Jeder Haushalt zahlt mehr als 100 Euro zusätzlich
Ein durchschnittlicher Haushalt zahlt somit über 100 Euro mehr im Jahr. Besonders stark betroffen wäre auch die energieintensive Industrie, die ohnehin in einer jahrelangen Krise steckt und im globalen Vergleich unter Wettbewerbsnachteilen leidet.
Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP) und sein Stellvertreter Anton Lang (SPÖ) betonten am Donnerstag, dass die Landesregierung ebenso wie die Energie Steiermark keinen Einfluss auf die Höhe der Netzentgelte hätten. Sie wiederholen eine Forderung aus der Landeshauptleutekonferenz im Dezember 2022: Die Bundesregierung solle diese Mehrkosten übernehmen, um die Stromkunden zu entlasten.
„Auch die Verlängerung der Strompreisbremse, die mit Ende des Jahres auslaufen würde, ist dringend geboten. Vor allem muss aber auch eine Verlängerung der aktuell noch geltenden Aussetzung der erneuerbaren Förderpauschale und des erneuerbaren Förderbeitrags sowie die derzeit noch gültige Senkung der Elektrizitätsabgabe fortgeführt werden“, stellen Drexler und Lang weitere Forderungen in Richtung Wein.
Graz ist die große Ausnahme
Die ganz große Ausnahme, und das österreichweit, ist die steirische Landeshauptstadt Graz. Dort sinken die Netzentgelte im nächsten Jahr gar um 4,6 Prozent! Das entspricht laut Stadtregierung einer Entlastung von durchschnittlich 15 Euro. Etwa zwei Drittel der Grazer Bevölkerung werden von der Stromnetz Graz GmbH versorgt.
Laut Beteiligungsstadtrat Manfred Eber (KPÖ) arbeite das städtische Tochterunternehmen „äußerst effektiv und vorausschauend“. Man werde trotz der Senkung weiterhin rund zehn Millionen Euro im Jahr in das Stromnetz investieren.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.