In der Schmiede von Kalderum Klingenkunst nahe Fürstenfeld entstehen Messer, Äxte und Pfannen mit einer einmaligen Zeichnung. Es ist ein beinahe vergessenes Handwerk, das Christoph Feichtl und sein Team auch in Kursen weitergeben. Dafür wurden die Steirer von der SFG zum Unternehmen des Monats ernannt.
Alles begann mit einer Leidenschaft. „Ich bin Messerschmied, seitdem ich elf Jahre alt bin“, sagt Christoph Feichtl. Von Beginn ist es ihm ein Anliegen, dieses alte Handwerk zu erhalten, gilt der Lehrberuf doch mittlerweile als abgelöst. Selbst kam er über Umwege zu seinem Beruf: Erst studierte Feichtl Ernährungspädagogik, bevor er sich 2013 sein eigenes Standbein als Messerschmied aufbaute.
Als „Riegersburger Burgschmied“ verschaffte er sich in der Südoststeiermark einen Namen. Zehn Jahre später wagte er dann mit drei Freunden den nächsten großen Schritt: Auf einem Bauernhof in Rittschein bei Fürstenfeld wollen sie seither mit ihrer neuen Marke Kalderum Klingenkunst „das Feuer weitergeben, anstatt die Asche zu bewahren“. Greifbar wird dieses Feuer in Form von Äxten, Pfannen, Koch- oder Jagdmessern.
Dabei ist jedes Teil ein Kunstwerk für sich und ein Einzelstück. „Ich habe mir über die Jahre viel Wissens zusammengesammelt“, erklärt Feichtl, „Techniken wie das Feuerschweißen sind über 2000 Jahre alt.“ Er gibt einen Einblick in die Arbeit in seiner Schmiede: Um den markanten Damaszener Stahl für ihre Messer herzustellen, werden verschiedene Stahlsorten erhitzt und mit Hammerschlägen verbunden. Etwa 100 Lagen werden wie ein Blätterteig gefaltet, bevor das Werkstück geglüht, geschliffen und geätzt wird.
Mit einem Kurs zum eigenen Schwert
Am Ende bekommt dann jedes Messer noch einen Griff aus Holz oder Horn – selbstverständlich auch handgemacht. Kunden können schließlich das fertige Produkt vor Ort oder online kaufen. Regelmäßig setzen die Steirer ihr Können zudem für gute Zwecke ein. Und eine weitere Sache fällt im Onlineshop von Kalderum auf: Gutscheine für verschiedenste Schmiedekurse.
„Für alles, was wir machen, bieten wir auch Kurse an“, erklärt Feichtl. So gibt es unter anderem einen Pfannen-Schmiedekurs oder einen viertägigen Workshop für das eigene, handgemachte Schwert. Gruppen bis zu sechs Personen können privat oder als Firmenveranstaltung zu ihnen in die Schmiede kommen. „Wir hatten sogar schon Teilnehmer aus Südkorea“, sagt Feichtl.
Privatpersonen und Firmen können in Gruppen bis zu sechs Personen zu uns in die Schmiede kommen. So wollen wir dieses sehr schöne, alte Handwerk aufrechterhalten.
Christoph Feichtl, Kalderum Klingenkunst
Für den Erhalt dieses besonderen Handwerks und ihr breites Angebot gab es nun die Auszeichnung zum Unternehmen des Monats der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Und die Zukunftspläne für Kalderum Klingenkunst? „Wir wollen den internationalen Markt erschließen und zusätzlich günstigere, gute Messer ins Sortiment aufnehmen“, sagt der 34-Jährige.
Die SFG stellt monatlich drei Kandidaten für das Unternehmen des Monats zur Wahl. Diese stellen sich in einem Video vor. Auf unternehmen-des-monats.at kann dann jeder abstimmen.
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