Mehr Plätze vor allem für unter Drei-Jährige, ein neues verpflichtendes Vorschuljahr für Kinder mit schwachen Deutschkenntnissen und ein klares Bekenntnis zu christlichen Festen: Landeshauptmann Christopher Drexler und Landesrat Werner Amon (beide ÖVP) präsentierten ihre Pläne für die kleinsten Steirerinnen und Steirer.
Seit mehr als zwei Jahren ist Werner Amon steirischer Bildungslandesrat. Damals standen Gruppenschließungen in Kindergärten im Raum, Pädagoginnen demonstrierten regelmäßig. Man habe gegengesteuert, das Gehalt erhöht, bürokratische Erleichterungen geschafft – und so die Situation beruhigt. In Amons erstem Jahr gab es sogar eine 15.000-Euro-Prämie für Neu-, Quer- und Wiedereinsteigerinnen. 441-mal wurde sie ausbezahlt, 440 Personen sind bis heute im Kinderdienst.
Wie Christopher Drexler betont, werden auch laufend neue Einrichtungen eröffnet. Dennoch gibt es derzeit nur für 28,5 Prozent der unter Dreijährigen Plätze in Kinderkrippen. Hier herrsche Aufholbedarf, geben die ÖVP-Spitzenpolitiker zu. Bis zum Jahr 2027/28 sollen daher 110 weitere Kinderkrippengruppen mit 1540 Plätzen eröffnet werden, so das Ziel.
Ausbau in Graz stockt
Bei den Kindergärten gibt es jetzt schon in der Steiermark mehr Plätze als Kinder – allerdings nicht immer dort, wo sie gebraucht werden. Daher wird auch hier ausgebaut: 195 neue Gruppen mit 3900 Plätzen sind in den nächsten Jahren vorgesehen.
Wir werden nicht ruhen, bis jedes Kind in der Steiermark, das einen Betreuungsplatz braucht, auch einen bekommt.
Landeshautpmann Christopher Drexler
Angesprochen auf den stockenden Ausbau just in der Landeshauptstadt Graz, wird die Rathauskoalition (KPÖ, Grüne, SPÖ) in die Pflicht genommen: Es könne nicht sein, dass 19 Millionen Euro aus dem Zukunftsfonds des Bundes zu keiner Erhöhung des Bildungsbudgets führen würden. „Das muss gelöst werden. Das Land schaut gut auf die Finanzen der Stadt Graz. Wir erwarten uns, dass die Stadt auf dieses Zukunftsthema schaut“, so Drexler.
Klar ist: Durch den Ausbau und durch die schrittweise Senkung der Gruppengrößen in den Kindergärten wird mehr Personal notwendig. Amon betont, dass mittlerweile 70 Prozent der Bafep-Absolventinnen in den Beruf einsteigen. Dass in den nächsten drei Jahren 1200 Schüler die Ausbildung zu Elementarpädagogen abschließen, stimmt ihn zuversichtlich.
Verpflichtendes Vorschuljahr gefordert
Aufhorchen lassen Drexler und Amon mit einem Vorstoß an den Bund: Falls bei Kindern, insbesondere ohne deutsche Muttersprache, bei der schon jetzt verpflichtenden Sprachstandsfeststellung im letzten Kindergartenjahr erkannt wird, dass sie Deutsch nicht in ausreichendem Maß beherrschen, sollen diese künftig ein verpflichtendes Vorschuljahr absolvieren. Dort soll der Fokus auf dem Erlernen der deutschen Sprache liegen, nach einem Jahr steigen sie dann in die erste Klasse Volksschule ein.
Und falls dieser Vorschlag im Bund kein Gehör findet? „Wir werden prüfen, inwieweit wir das als Land Steiermark selbst umsetzen können“, sagt Amon.
Christliche Feste sollen gefeiert werden
Eine Sache ist Drexler auch wichtig: Die traditionellen Feste im Jahreskreis sollen in Kindergärten gefeiert werden. „Ja zum Nikolo! Ja zu Erntedank! Ja zu Weihnachten! Ja zu Ostern!“, hält er fest. Es herrsche in den Einrichtungen oft Verunsicherung, was man noch feiern könne. Drexler spricht von einer Empfehlung, auch wenn – wie Amon betont – über die Fachaufsicht auch Vorgaben möglich sind.
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