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Mord ungeklärt

Zu Unrecht angeklagt: Das wurde aus Walter Nickl

Steiermark
20.10.2024 07:00

Trotz rechtskräftigem Freispruch vor fast fünf Jahrzehnten wurde der Steirer Walter Nickl immer wieder zu Unrecht bezichtigt, einen Briefträger getötet zu haben. Seine dramatische Geschichte hielt er in einem Buch fest. Und: Neue Ermittlungsansätze weckten Hoffnung, den tatsächlichen Täter zu finden.

„Ich habe nicht getötet, lasst mich bitte endlich in Ruhe!“ Das war die verzweifelte Nachricht, die Walter Nickl gemeinsam mit seinem Anwalt Gerald Ruhri über die „Krone“ im April übermittelte. Vor rund fünf Jahrzehnten stand er als damals 18-Jähriger vor dem Geschworenengericht. Damals wurde er vom Staatsanwalt für den Raubmord am Knittelfelder Briefträger verantwortlich gemacht. Dieser wurde am 2. Dezember 1975 im Eingang eines Mehrparteienhauses in der Schulgasse überfallen und erschlagen. 80.000 Schilling wurden ihm geraubt. Walter Nickl habe sich aus der Schule geschlichen und die Tat unbemerkt und innerhalb weniger Minuten begangen, danach sogar seine Kleidung gewechselt und sich wieder in die Klasse gesetzt. 

Die Geschworenen erkannten damals schon, dass die Geschichte sich so nicht zugetragen haben konnte, und sprachen ihn frei. Doch das Damoklesschwert des Mörders schwebte weiterhin über Walter Nickls Haupt. Jahrzehntelang. Damit wollte und konnte der Steirer nicht mehr weiterleben. Also nahm er selbst sein Schicksal in die Hand und ließ mithilfe seines Anwalts die vermeintlichen Blutrückstände auf der Jeans, die er damals zum Tatzeitpunkt getragen haben soll, von der renommierten deutschen Forensikerin Nicole von Wurmb-Schwark untersuchen. Mit dem Ergebnis: Auf der Hose war niemals Blut! Diese Tatsache enthüllten Nickl und Anwalt über die „Krone“. Genauso wie die Veröffentlichung seines Buches „Rufmord“, in dem er seine komplette Geschichte erzählt. Wir von der „Krone“ wollten nun, einige Monate später, wissen, wie es ihm heute geht. 

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