Die große Familie der „Krone“-Leser hat das Herz weit geöffnet. Den Opfern der verheerenden Hochwasserkatastrophe wurden schon 1,2 Millionen gespendet!
Es wirkt wie ein Trümmerfeld – als hätte ein Hurrikan gewütet. Denn die von der Flut entfesselte Donau hat auch hier in der Strombadsiedlung in Kritzendorf – vor den Toren Wiens also – alles weggespült, was nicht fest verankert war. Zurück bleiben Trümmer des Lebens, aber auch betonharter Schlamm, der mit jedem Sonnenstrahl nur noch fester wird.
„Es ist schon fast ein Wettlauf mit der Zeit, um die schmutzig-braunen Spuren zu beseitigen und den Opfern damit auch etwas an Würde, nämlich ihr Zuhause, zurückzugeben“, sagt Caritas-Direktor Klaus Schwertner beim „Krone“ Lokalaugenschein mitten in dieser Schlammwüste.
Der Aktivist der Menschlichkeit müht sich – selbst bis zur Erschöpfung schaufelnd – bei der 76-jährigen Pensionistin Karla Stefanek ab. Vor dem Häuschen, das ihr bis zu dieser Jahrhundertflut mit ihrem an Demenz erkrankten Mann Geborgenheit schenkte, schwingt schwach eine Hollywood-Schaukel im Herbstwind.
44.000 Bürger sind im „Team Füreinand“
„Hier bin ich mit ihm immer gesessen und konnte in ihm Erinnerungen wecken“, sagt die trotz des Schicksalsschlages gefasste Frau – ehe sie dann doch in Tränen ausbricht. Sie habe sich anfangs mutterseelenallein gefühlt und befürchtet, dass ihr niemand helfen würde. Doch da wateten bereits die ersten Caritas-Engel und viele andere Freiwillige aus dem Schlamm heran.
Die beeindruckende Bilanz der Menschlichkeit: 44.000 Bürger haben sich bisher ganz generell beim „Team Füreinand“ gemeldet und sich in 115.000 Einsatzstunden gegen Leid und Not gestemmt. Die Caritas hat außerdem in 35 Gemeinden Akuthilfe-Anlaufstellen eingerichtet.
„In den vergangenen Tagen konnten wir aus dieser humanitären Armee Hunderte Freiwillige mobilisieren. Sie schaufeln, räumen geflutete Wohnungen und Häuser und stehen auch als Seelentröster zur Seite, wann immer Opfer auf sie zukommen“, so Schwertner.
Die „Krone“ und die Caritas helfen rasch und unbürokratisch den Betroffenen. Spendenkonto, Kennwort „Katastrophenhilfe Österreich“: Erste Bank, IBAN: AT 23 2011 1000 0123 4560
Was ihm selbst Kraft gibt: die kleinen und großen Zeichen der Hoffnung und auch die Unbeugsamkeit mancher Opfer wie jene des Pensionisten Otto Kunz, der unverdrossen-fröhlich Scheibtruhe um Scheibtruhe befüllt. Da ist aber auch die 52-jährige Brigitte Hofegger. Sie deutet auf einen blühenden Hibiskus, der trotz der Flut aufgegangen ist. „Als ich das kleine Naturwunder sah, wusste ich – es geht weiter“, schildert die Frau.
Auf dem Weg zurück begegnet uns ein einsamer Helfer mit seiner Begleiterin. Der Mann trägt eine offenbar extra gekaufte, unbenutzte Schaufel in der Hand und ist ohne viel Aufsehen ins Katastrophengebiet aufgebrochen, um zu helfen ...
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