Die Nationalratswahl steht vor der Tür – auch in der knapp 400 Einwohner starken Gemeinde Hohentauern. Wie schwierig ist es, Wahlbeisitzer zu finden? Musste ein barrierefreies Wahllokal eingerichtet werden? Und wie berechenbar ist der Wahlausgang? Bürgermeister Gernot Jetz (SPÖ) gibt Einblicke.
Umringt von mehreren „Zweitausendern“ liegt die kleinste Gemeinde der Steiermark im Oberen Murtal. Zwar ist die Fläche von Hohentauern mit 92 Quadratkilometern keineswegs winzig – doch mit 374 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2024) macht die Ortschaft nur einen Bruchteil der 951.113 steirischen Wahlberechtigten aus. „Wir haben nur einen Wahlsprengel mit einem Wahllokal“, erklärt Bürgermeister Gernot Jetz (SPÖ).
Dieses Wahllokal ist – wenig überraschend – das Gemeindeamt. Zwischen 8 und 12 Uhr können hier am Sonntag die Bürger ihre Stimmen für die Nationalratswahl abgeben. Doch im Vorjahr hat das Wahlrechtsänderungsgesetz eine entscheidende Neuerung gebracht: Jeder Standort braucht ein barrierefreies Lokal. Ob das in Hohentauern gewährleistet ist? „Bei uns gibt es eine Rampe und einen Lift in den ersten Stock, wir sind schon sehr lange barrierefrei“, garantiert Jetz.
Er selbst ist am Wahlsonntag privat verhindert, weshalb er erstmals nicht als Wahlleiter dienen wird. Daher übernimmt diesmal Vizebürgermeister Michael Weinhappel (SPÖ) das Amt. „Als Wahlleiter hat man eine konstituierende Sitzung zwei Tage vor der Wahl und kümmert sich um die Wahlbeisitzer“, erklärt Jetz. Von diesen hatte die Gemeinde – im Gegensatz zu vielen anderen Wahlsprengeln – immer genug. Zuletzt hatte man sogar aus Personalnot eine einheitliche Aufwandsentschädigung für Wahlbeisitzer in Österreich eingeführt.
„Bei uns läuft alles gleich, nur in mini“
Sind am Ende des Vormittags alle Stimmzettel in der Wahlurne, so werden diese unter Sechs-Augen-Prinzip ausgezählt, am Ende werden sie an die Bezirkshauptmannschaft Murtal geschickt. „Bei uns läuft alles gleich wie überall, nur in mini“, sagt Jetz und lacht. Eines ist dann aber doch etwas anders: „Bei uns im Ort kennt jeder jeden.“ Ob das den Wahlausgang leichter abschätzbar macht? „Jede Wahl muss anders bewertet werden. Gemeinderatswahlen sind Persönlichkeitswahlen, Nationalratswahlen sind da schwerer abschätzbar.“
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