Weil sich immer weniger Steirer den Erwerb von eigenem Wohnraum leisten können, hat die Landesregierung nun einmal mehr ein großes Förderpaket geschnürt. Rund 300 Millionen Euro sollen bis Ende 2026 investiert werden - unter anderem in einen Jungfamilien-Bonus, eine Eigenheimförderung und Sanierungsunterstützungen. Das sind die wichtigsten Infos!
Die Teuerungswelle der vergangenen Jahre hat es für viele Steirer fast unmöglich gemacht, sich ein Eigenheim anzuschaffen oder dieses zu sanieren: „Wir wollen das Wohnen für die Steirer wieder leistbarer machen“, sagt Landeshauptmann Christopher Drexler. Gemeinsam mit seinem SP-Vize Anton Lang hat er am Donnerstag die Kernpunkte der neuen Wohnraumoffensive präsentiert: Knapp 300 Millionen Euro will man in den kommenden zweieinhalb Jahren investieren – das Geld dafür nimmt das Land Steiermark selbst kostengünstig vom Bund auf. „Damit sind wir österreichweit an der Spitze der Wohnbaupolitik“, sagt Lang.
Nötig sei dieser Schritt nicht nur wegen der stark gestiegenen Kosten fürs Bauen und Renovieren, sondern auch wegen der sogenannten KIM-Verordnung, laut der man bei den Banken einen Baukredit nur bekommt, wenn man mindestens 20 Prozent der benötigten Mittel selber aufbringen kann: „Dieses Ding muss weg, das ist Überregulierung in Reinkultur und verhindert vielen Steirern ihr Wohnglück“, so Drexler markig.
Hier fünf wichtige Fakten zur neuen Wohnbauoffensive:
Offiziell startet die Wohnraumoffensive am 1. September und soll bis Ende 2026 laufen. Doch auch schon laufende Projekte (Eigenheimerwerb oder Sanierungsmaßnahmen, die noch nicht abgeschlossen sind) können ab dem kommenden Montag eingereicht werden.
„Die bereits bestehende Eigenheimförderung wurde noch einmal überarbeitet – sie gilt ab 1. September nicht nur bei der Neuerrichtung eines Eigenheims, sondern auch für den erstmaligen Kauf und die Sanierung eines Hauses oder einer Wohnung“, erklärt die zuständige Landesrätin Simone Schmiedtbauer. Bis zu 200.000 Euro an Landesdarlehen werden zur Verfügung gestellt. Das Darlehen hat eine Laufzeit von 30 Jahren, die Verzinsung ist gestaffelt, beginnt mit 0,25 Prozent pro Jahr und steigt auf maximal 1,5 Prozent in den letzten fünf Jahren der Laufzeit.
Der bestehende Jungfamilien-Bonus wurde überarbeitet, neben Darlehen gibt es künftig für die erstmalige Hausstandsgründung (Eigentum oder Miete) eine Einmalzahlung in der Höhe von bis zu 10.000 Euro: Jungfamilien (mindestens ein Partner muss unter 35, beide jedoch unter 40 Jahren sein) können sich damit nicht nur den Erwerb von Wohnraum, sondern auch die Einrichtung fördern lassen.
„Wir zünden den Geschoßbauturbo“, sagt SPÖ-Klubobmann Hannes Schwarz. Der Bau von mehrgeschoßigen Wohnbauten im gemeinnützigen Bereich war wegen der Teuerung fast komplett zum Erliegen gekommen, bereits 2023 hatte die Landesregierung daher die Förderbeiträge erhöht und auch für derartige Bauten Landesdarlehen freigegeben. Dieser Weg soll nun noch verstärkt werden, damit sollen in den kommenden Jahren 5500 geförderte Miet- oder Eigentumswohnungen auf Schiene gebracht werden.
Zusätzlich zu den vielen schon bestehenden Förderungen für thermische Sanierungen gibt es nun auch ein Paket für niedrige Haushaltseinkommen (unteres Einkommensdrittel). Sie werden bei der Sanierung ihres Hauses bei bis zu 100 Prozent der Sanierungskosten (maximal 30.000 Euro) unterstützt. Diese Maßnahme ist bis Ende 2025 befristet und soll rund 750 steirische Eigenheime „klimafit“ machen.
Alle Infos sind in einer neuen Broschüre zusammengefasst, die bei
Banken und auf Gemeindeämtern aufliegt und auch online zu finden ist.
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