Ein 20-jähriger tschetschenischer Drogendealer ist am Dienstag am Landesgericht Feldkirch zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Gut getarnt hatte er seine zwielichtigen Geschäfte nicht.
Was früher noch zu später Stunde und in dunklen Gassen stattfand, ist mittlerweile zu einem öffentlichen Akt geworden – der Drogenhandel in Vorarlberg. So auch im Fall des mehrfach einschlägig vorbestraften Tschetschenen (20), der selbst ein massives Drogenproblem hat und immer noch bei seiner Mutter im Unterland wohnt. Angeklagt ist der Mann diesmal wegen unerlaubten Umgangs mit Drogen und Diebstahls im Zeitraum April bis Anfang August dieses Jahres. Nicht nur, dass er während dieser Zeit selbst kräftig Marihuana und Kokain konsumierte, er schreckte auch nicht davor zurück, seine Drogengeschäfte mitten am Tag in der Dornbirner Fußgängerzone abzuwickeln. Nachdem er einem anderen Dealer knapp 45 Gramm des weißen Pulvers gestohlen hatte, wurde er schließlich verhaftet.
Im Prozess bekennt sich der Angeklagte zu den Vorwürfen schuldig. Auf die Frage von Richterin Sabrina Tagwercher, wie er sich denn seine Zukunft vorstellt, antwortet er: „Ich brauche dringend eine Therapie.“ Worauf Verteidiger Michael Hofer den starken Familienverbund des Angeklagten ins Treffen führt: „Mutter und Geschwister tun alles für meinen Mandanten.“
Aufgrund der vielen Vorstrafen verhängt die Richterin trotzdem acht Monate Haft. Dazu kommt noch der Widerruf einer bedingten Strafnachsicht von sieben Monaten aus einer früheren Verurteilung. Heißt in Summe: 15 Monate Haft. Die Bewährungshilfe wird auf fünf Jahre verlängert. Ob der Antrag auf Therapie statt Strafe genehmigt wird, hängt nun von einem psychologischen Gutachten ab. Das Urteil ist rechtskräftig.
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