Ob im O-Bus auf dem Weg zur Vorstellung, während der Zigarette vor dem Salzburger Festspielhaus oder beim Anstehen in der WC-Schlange – mit dem Opern-Schnellcheck sind Sie in nur zwei Minuten perfekt auf die Premiere vorbereitet. Teil fünf der Serie: Der Spieler von Sergej Prokofjew.
Worum geht’s? Glück im Spiel, Pech in der Liebe. In Prokofjews erster großer Oper nach Dostojewskis gleichnamigem Roman wird die Redewendung zum Schicksal des Protagonisten. Das Werk ist die musikalisch hochkomplex auskomponierte Warnung: Glücksspiel kann süchtig machen.
Handlung: Alexej ist in Polina, den Schützling des Generals, verliebt und sie ist verschuldet. Der General ist ebenfalls verschuldet und verliebt in Blanche. Er hofft auf den baldigen Tod von Polinas Großmutter Babulenka, um zu erben, seine Schulden zu begleichen und so Blanche heiraten zu können. Doch statt zu sterben, taucht Babulenka überraschend auf und entdeckt ihre Begeisterung für Glücksspiel im örtlichen Casino, was sie letztlich ihr Vermögen und den General daraufhin die Braut kostet. Polina wurde unterdessen von ihrem Liebhaber, dem reichen Marquis, verlassen und schuldet ihm Geld. Sie bringt den verliebten Alexej dazu, für sie im Casino zu spielen. Der scheint eine nicht enden wollende Glückssträhne zu haben und bringt den Gewinn begeistert zu Polina, doch die hat es sich anders überlegt und wirft ihm das Geld ins Gesicht. Polina geht, Alexejs Spielsucht bleibt.

Angeberwissen für die Pause: Dostojewski hat die Romanvorlage in nur 26 Tagen geschrieben, um eine Verlagsfrist zu erfüllen und aus einer finanziellen Notlage zu kommen, in die er – Überraschung – aufgrund seiner Spielsucht gelangt war. Die Frist konnte er nur einhalten, da seine Frau, der er den Text diktierte, Stenografie beherrschte.
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