Ob im O-Bus auf dem Weg zur Vorstellung, während der Zigarette vor dem Salzburger Festspielhaus oder beim Anstehen in der WC-Schlange – mit dem Opern-Schnellcheck sind Sie in nur zwei Minuten perfekt auf die Premiere vorbereitet. Teil vier der Serie: „Der Idiot“ von Mieczysław Weinberg.
Worum geht’s? „Der Idiot“ gehört nicht gerade zu den Blockbustern der Opernwelt, obwohl er alle Zutaten dafür vorweist: Liebe, Besessenheit, Mord. Weinberg hat mit seinem Librettisten Alexander Medwedew das quasi Unmögliche geschafft und Dostojewskis knapp tausendseitige, gleichnamige Romanvorlage zu einer dreieinhalbstündigen Oper eingekocht.
Handlung: Fürst Myschkin, ein gutherziger und naiver junger Mann, kehrt nach längerem Aufenthalt in einem Schweizer Sanatorium nach St. Petersburg zurück. Auf der Heimreise macht er Bekanntschaft mit Rogoschin, der nicht nur sehr reich, sondern auch sehr besessen von der schönen Nastassja ist. Bald darauf lernt Myschkin Nastassja kennen und verfällt ihr ebenfalls. Auch wenn Myschkin das Mädchen mit der dunklen Vergangenheit nur „retten“ will, entbrennt ein Wettstreit um sie. Der Auftritt der Großbürgertochter Aglaja entlädt die emotionalen Spannungen nicht gerade. Immer weiter verstricken sich die Frauen und Myschkin in das wirre Beziehungsgeflecht aus Verletzungen, Besessenheit und Beziehungsunfähigkeit, bis Rogoschin dem Ganzen mit Nastassjas Ermordung ein grausames Ende setzt.
Angeberwissen für die Pause: Das Werk entstand Ende der 80er und war in reduzierter Form erstmals 1991 zu sehen. Zur tatsächlichen Uraufführung kam es erst 2013 in Mannheim, weil der Dirigent Thomas Sanderling zufällig über einen Klavierauszug stolperte. Insgesamt wurde das Werk bisher nur eine Handvoll Mal auf die Bühne gebracht.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.