Mit Dietmar Streitmaier hat Kärnten einen großen Tier- und Naturschützer verloren. „Krone“-Redakteur Hannes Wallner blickt noch einmal auf gemeinsame Abenteuer zurück.
Was haben wir gelacht, gestaunt und dabei so viel Wissenswertes über unsere Natur gelernt. Wir sind mit Ruderbooten verletzten Schwänen hinterhergepaddelt, haben Tauben aus dem Inneren von Brücken geholt und waren hautnah dabei, wie verletzte Vögel liebevoll und fürsorglich aufgepäppelt und danach wieder in die Natur freigelassen wurden. Egal ob ein von einem Lkw angefahrener Uhu oder ein von Katzen zerrupfter Wiedehopf – Dietmar Streitmaier war immer zur Stelle, wenn ein Wildtier Not litt.
Jagd mit Tier- und Naturschutz verbinden
Im 68. Lebensjahr ist der Steuerberger diese Woche viel zu früh von uns gegangen – bei seiner größten Leidenschaft, der Jagd. Wie kein anderer verstand es „Streiti“, der in Steuerberg die weit über die Grenzen hinaus bekannte Natur- und Wildstation Kärnten führte, Jagd mit Tier- und Naturschutz zu verbinden. Aufklärungsarbeit, der Schutz der Jungvögel, die Aktion „Rettet die Frösche“ sowie die Schaffung von Brutplätzen für Eisvögel waren für den Mitgründer der ARGE Naturschutz eine Herzensangelegenheit. Jahrzehntelang betrieb er im Auftrag des Landes die Säugetier- und Wildvogelpflege, produzierte die Heftchen „Kärntens wertvolle Natur“. Für sein Engagement wurde er 2022 sogar mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes Kärntens ausgezeichnet.
Leidenschaftlicher Fotograf
Eine weitere große Leidenschaft war die Fotografie. Ohne Kamera kannte man Dietmar Streitmaier nicht. Stundenlang harrte er in Verstecken aus, um Moorfrösche, Hornottern und Eisvögel abzulichten, oder er kletterte ins Hochgebirge, um Aufnahmen von Adlern und Steinböcken zu schießen. Bilder, die in unzähligen Zeitungen gedruckt wurden und noch heute viele Broschüren des Nationalparks Hohe Tauern zieren. Zudem engagierte er sich jahrelang bei den Kärntner Aufsichtsjägern und ließ bei der Jagdhornbläsergruppe Steuerberg seiner musikalischen Ader freien Lauf.
Engültig Abschied nehmen
Nun heißt es endgültig Abschied nehmen. Mit Dietmar verlieren wir bei der „Krone“ nicht nur einen lieb gewonnen Experten, der uns mit seinem Fachwissen immer gerne zur Seite stand, sondern auch einen guten Freund. Lieber Dietmar, wir werden dich vermissen. Weidmannsheil
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