In Österreich wird regelmäßig der Umfang der Bürokratie in Krankenhäusern und niedergelassener Praxis kritisiert. Eine Studie der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass Ärztinnen und Ärzte in Krankenhäusern etwa ein Drittel ihrer Arbeitszeit für Dokumentation und Nachweispflichten aufbringen.
2,9 Stunden sind es pro Tag im Durchschnitt bei Ärztinnen und Ärzten, 2,7 bei Pflegepersonal. Untersucht wurden 225 Allgemeinkrankenhäuser und 98 psychiatrische Kliniken mit jeweils mehr als 50 Betten in Deutschland. „In der gesundheitspolitischen Diskussion wird seit längerem die Belastung des Krankenhauspersonals durch einen hohen bürokratischen Dokumentationsaufwand thematisiert. Betroffen sind dabei nicht nur die Mitarbeiter in der Verwaltung, insbesondere auch die patientennahen Berufsgruppen wie Ärzte und Pflegekräfte“, teilte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKI) mit.
„Rein rechnerisch sind rund 116.600 von knapp 343.000 Vollkräften (34 Prozent) im Pflegedienst von Allgemeinkrankenhäusern ausschließlich mit Dokumentationstätigkeiten befasst und für die patientennahen Pflegetätigkeiten nicht mehr verfügbar“, rechnen die Studienautorinnen und -autoren vor. Bei den Ärztinnen und Ärzten seien es gar 36 Prozent der Vollzeitkräfte.
Eine geringere Attraktivität von Arzt- und Pflegeberufen und damit eine Verschärfung des Fachkräftemangels könnte die Folge sein.
Deutsche Krankenhausgesellschaft
„Arbeitskraft schlummert in Bürokratie“
Dieser hohe Zeitaufwand könne zusätzliche Kosten und weniger Zeit für die Versorgung von Patientinnen und Patienten bedeuten, heißt es. „Eine geringere Attraktivität von Arzt- und Pflegeberufen und damit eine Verschärfung des Fachkräftemangels könnte die Folge sein.“
„Die ärztliche Arbeitskraft schlummert in der Bürokratie“, sagte der Präsident der Ärztekammer Berlin, Peter Bobbert. Als „erschütternd“ bezeichnete der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, die Zahlen. Ein direkter Vergleich mit Österreich ist nicht möglich.
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