Das Vogelgrippevirus H5N1 wird Forschern zufolge höchstwahrscheinlich von Kühen auch auf Katzen und Waschbären übertragen. „Dies ist eines der ersten Male, dass wir Beweise für eine effiziente und anhaltende Übertragung der hochpathogenen Vogelgrippe H5N1 von Säugetier zu Säugetier sehen“, so Forscher.
Die Genomsequenzen der Viren, die von Milchkühen, Vögeln, Hauskatzen und einem Waschbären aus betroffenen Betrieben gewonnen wurden, deuten auf eine Übertragung zwischen den Tierarten hin, schreibt ein Forscherteam rund um Diego Diel von der Cornell University.
Weitere Mutationen könnten das Virus auch für den Menschen gefährlicher machen, befürchten die Forscher.
Das Risiko einer Übertragung von Mensch zu Mensch bleibe zwar gering: „Die Sequenzierung des gesamten Genoms des Virus ergab keine Mutationen im Virus, die zu einer verbesserten Übertragbarkeit von H5N1 auf den Menschen führen würden“, so Diel. Die Daten zeigten jedoch eindeutig eine Übertragung von Säugetier zu Säugetier, „was besorgniserregend ist, da sich das Virus in Säugetieren anpassen kann“.
Genotyp B3.13 entwickelt
Aufgrund dieser und weiterer Erkenntnisse, vor allem durch genetische Untersuchungen, skizzieren die Forscher diese Abfolge der Ereignisse: In einem unbekannten Wirtstier hat sich der Genotyp B3.13 entwickelt. Er war Anfang des Jahres 2024 zuerst nachweisbar in einer Gans in Wyoming, einem Wanderfalken in Kalifornien und einem Stinktier in New Mexico. Ein weiteres unbekanntes Wirtstier, möglicherweise ein Wildvogel, hat das Virus dann auf die Kühe übertragen, über die es dann weitere Wirte gefunden hat – neben Katzen und einem Waschbären auch Tauben und andere Vögel.
In den USA sind die elf Fälle von Vogelgrippe bei Menschen seit April 2022 bisher glimpflich und mit milden Symptomen ausgegangen. Die betroffenen Personen arbeiteten auf Geflügel- und Rinderfarmen und haben sich wahrscheinlich direkt bei den Tieren angesteckt.
Forscher sorgen sich, dass das Virus sich weiter anpassen könnte, was potenziell seine Infektiosität und Übertragbarkeit auf andere Arten, einschließlich des Menschen, erhöhe.
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