Mehr als jede vierte Gemeinde (28 Prozent) in Österreich hat keinen großen Supermarkt wie Spar, Hofer, Billa oder Lidl. Das zeigt eine Erhebung von RegioData. Darunter sind vor allem ländliche Regionen.
In Nieder- und Oberösterreich haben jeweils etwa 155 Gemeinden keinen umfassenden Lebensmittelversorger, in Tirol betrifft das etwa 90. Als Vollsortiment definiert das Marktforschungsinstitut ein Basisangebot von Trockensortimenten und den Frischesortimenten Obst und Gemüse, Milch- und Molkereiprodukte, Fleisch- und Wurstwaren, Brot und Gebäck sowie Getränken.
In Österreich beherrschen die vier Supermarktketten Spar, Rewe (Billa), Hofer und Lidl den Markt zu über 90 Prozent. Sie sind vor allem in den größten Städten Wien, Graz und Linz sowie dem sogenannten „Speckgürtel.“ In 28 Prozent aller Gemeinden gibt es keinen Lebensmittelvollsortimenter.
Automatenshops erleben Aufschwung
In diesen Gebieten erleben Teilsortimenter wie Tankstellenshops, bäuerliche Direktvermarkter und Automatenshops einen Aufschwung. Nicht durchgesetzt haben sich den Marktforschenden nach hingegen die Selbstbedienungsboxen von Billa oder Unimarkt – vermutlich, da sie wie Geschäfte auch Öffnungszeiten hätten. Die gewünschte Gleichstellung mit dem Tankstellengesetz gelang nicht.
Da in ländlichen Gemeinden immer mehr herkömmliche Supermärkte schließen, empfiehlt RegioData mehr Einkaufsstellen ohne Personal und eine Mischung zwischen Gastronomie und Einzelhandel. „Bei beiden Strategien sind die Gesetzgeber und Interessensvertreter gefordert, durch liberalere Bestimmungen eine Verbesserung der Nahversorgungssituation zu erreichen“, hieß es.
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