Steuergeld für ein kostenintensives MR-Neugerät ausgeben oder das acht Jahre lange Ansuchen für einen - sogar durch eine Unterschriftenaktion Weinviertler Bürger geforderten – Kassenvertrag mit einem bestehenden privaten Mistelbacher Institut bewilligen? Warum es bei dem viel diskutierten Thema erst im Herbst Klarheit geben wird.
Nach langen Jahren ist sicher: In Mistelbach wird es einen neuen MRT-Kassenvertrag geben – die „Krone“ berichtete. Unsicherheit herrscht über die Details, wie aktuelle Diskussionen zeigen. Eine Formulierung der Stadtgemeinde Mistelbach, dass ein zusätzliches MR-Gerät „angeschafft wird“, irritiert und heizt die Gerüchteküche an: Warum steckt man Steuergeld in einen weiteren MRT, wenn sich in der Bezirkshauptstadt ein privates Institut schon acht Jahre vergeblich um einen Kassenvertrag bemühe?
Manche schließen daraus, dass ein zusätzlicher Radiologe die Chance eines Neugerätes nützen könnte. „Wir sind und wären sofort startklar für Kassenpatienten, alle Kapazitäten sind vorhanden“, äußert sich Silke Nowatschek vom privaten MRT-Institut eher neutral.
Standort in trockenen Tüchern, Details frühestens im Herbst
Fakt ist: Aus dem für den Landesgesundheitsfonds zuständigen Büro von Landesrat Christoph Luisser heißt es, dass es keinen Unterschied mache, ob ein neues Gerät finanziert oder ein Vertrag mit einem bestehenden selbstständigen Ambulatorium abgeschlossen werde – und man verweist an die blau-gelbe Gesundheitskasse.
Der beste Standort ist ja Mistelbach, da konnten wir auch eine fixe Zusage erreichen. Nun ist aber die Gesundheitskasse am Zug.
FPÖ-Landesrat Christoph Luisser
Dort wird postwendend betont, dass man erst nach erfolgtem Inkrafttreten des sogenannten „Großgeräteplans“ aktiv werde – womit voraussichtlich aber erst im Herbst zu rechnen ist. Nachsatz: „Erst danach erfolgt je nach Bewerbungssituation ein Vertragsvergabeverfahren.“
Stadtchef gibt sich neutral, hält sich ansonsten aber bedeckt
Bürgermeister Erich Stubenvoll ist froh über den Standortentscheid und würde es auch begrüßen, „wenn das bestehende Institut den Kassenvertrag bekäme“. Auf Nachfrage der „Krone“, ob er auch von anderen Bewerbern wüsste, wollte er dies nach kurzem Zögern aber weder bestätigen noch verneinen.
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