Der Gewinner steht fest: Alexander Ritschard gewinnt bei den Sparkasse Salzburg Open und sichert sich seinen dritten Challenger-Titel. Das Finalspiel war sein kürzestes im ganzen Turnier. Dass er überhaupt noch Tennis spielen kann, grenzt an ein Wunder.
Eine Woche an Spitzentennis, Spannung und Emotionen im Volksgarten fand am Sonntag ein würdiges Ende. Zwar fand das Finale der Sparkasse Salzburg Open heuer im Gegensatz zum Vorjahr ohne österreichische Beteiligung statt. Mit Alexander Ritschard fand das ATP-125er-Challenger aber einen würdigen Nachfolger von Vorjahressieger Sebastian Ofner. Der Schweizer entschied das Finale gegen den Bezwinger von Lukas Neumayer Kyrian Jacquet mit 6:4, 6:2 für sich und bejubelte seinen dritten Titel auf Challenger-Ebene. „Der Ball hat sich extrem gut angefühlt. Ich habe besser serviert, mich besser bewegt und sehr wenige Fehler gemacht“, resümierte der Gewinner eines Schecks im Wert von 20.300 Euro. Das Finalduell war das kürzeste der Salzburg-Woche für ihn. Nach einer Stunde und 13 Minuten verwertete er seinen ersten Matchball. „Das Ziel ist immer der Turniersieg. Aber ich habe versucht, present zu bleiben“, gab der 30-Jährige als Erfolgsformel aus.
Dass Ritschard überhaupt noch Tennis spielen kann, ist ein großes Glück. Als er 22 Jahre jung war und in Virgina (USA) studierte, verschloss sich eine Arterie in der Schulter während eines Trainings im Fitnessstudio. Plötzlich floss kein Blut mehr in seinem Arm. Drei Operationen folgten und Ritschard konnte wieder trainieren – aber nicht länger als 90 Minuten, zudem war die Jagd nach der Filzkugel auch mit Gesundheitsrisiken verbunden. Deshalb wollte er den Schläger nach dem College an den Nagel hängen. Er entschied sich dagegen und investierte sein ganzes Leben in den Tennissport. Mittlerweile lebt er mit einem Stant in der Schulter, dass die Blutbahn offen bleibt. „Es war sehr kompliziert und kam so ein bisschen aus dem Nichts“, berichtet der Schweizer. Und jetzt steht er hier in Salzburg mit seinem dritten Challenger-Titel. Damit verbessert er sich in der Weltrangliste auch auf Rang 137 – neues Karrierehoch.
Montag fliegt der frischgebackene Salzburg-Sieger heim nach Zürich. Danach geht es für ihn wieder nach Österreich, zum ATP-250-Turnier in Kitzbühel (20. bis 27. Juli). Dort kann er bestimmt wieder genießen, was ihm auch an Salzburg so gefallen hat: „Das Wiener Schnitzel.“
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