Moskaus Schattenkrieg
Russlands langer Arm: Sorge vor Anschlägen wächst
Der vereitelte Mordanschlag auf Rheinmetall-Chef Armin Pappberger zeigte, wie lange der Arm des Kreml bereits geworden ist. Vom Graffiti bis zum Mordanschlag: Der Kreml führt „Schattenkrieg“ gegen den Westen.
„Der russische Geheimdienst gleicht mittlerweile einem Oktopus, der alle ihm zur Verfügung stehenden Tentakel nutzt, und dessen Kopf sich derzeit in Mitteleuropa befindet“, sagte ein europäischer Geheimdienstmitarbeiter zum „Wall Street Journal.“
Russische Spione auch in Wien
Und dieses Zentrum der russischen Spionage soll sich laut mehreren Medienberichten in Wien befinden. Eine Schätzung eines Geheimdienstmitarbeiters gegenüber dem Magazin besagt, dass die Hälfte der 500 Angestellten der russischen Botschaft in Wien Agenten sind.
Investigativjournalist Christo Grozev, dessen Oscar-gekrönter Dokumentarfilm den Versuch des Kremls aufdeckte, den Oppositionsführer Alexei Nawalnij zu töten, musste die Stadt verlassen, weil seine Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte. Schuld daran war auch ein österreichischer Beamter in Russlands Sold. Wenn Grozev seine Familie in Wien besucht, genießt er Schutz wie ein Staatschef.
Mordkomplott rund um Rheinmetall-Chef
Und das ist in Europa beileibe kein Einzelfall, wie das jüngst aufgedeckte Mordkomplott aus dem Kreml rund um den Chef des deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall, Armin Papperger, zeigt. Der Konzern hatte angekündigt, eine Fabrik zur Reparatur beschädigter Panzer in der Ukraine aufzubauen und für die ukrainische Armee Munition herzustellen. Das rückte ihn ins Visier des Kreml.
Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass sich solche Vorfälle häufen werden. Einem NATO-Vertreter zufolge, führt Russland einen „Schattenkrieg“ gegen den Weste und verübt seit mehr als sechs Monaten Sabotageoperationen in allen NATO-Staaten. Dabei zielt es auf die Waffenversorgungslinien der Ukraine und die dahinter stehenden Entscheidungsträger ab. Menschen wie Papperger.
„Gesamte Bandbreite hybrider Kriegsführung“
Russland nutze die „gesamte Bandbreite“ hybrider Kriegführung, so ein NATO-Beamter zum Magazin „Politico“. „Wir sehen alles. Von hochkarätigen Spionage-Operationen für bis zu 400.000 Euro, bis hin zu Gewaltakten, wo Gangster für ein paar Tausend Euro angeheuert werden.“
Von sieben Euro für einen Sprayer, damit der pro-russische Graffiti an die Wände malt, bis hin zu Brandanschlägen auf das größte Kaufhaus in Polens Hauptstadt Warschau vergangenen Mai. Russlands Arm ist lang. Die Sorge vor Anschlägen wächst.










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