Das gab es in Österreich noch nie: Ein Innviertler Bub erkrankte im Alter von sechs Jahren an Epilepsie, hatte täglich kleinere Anfälle. Eine neue Technologie soll nun helfen, dem jungen Mann, der nun schon 13 Jahre alt ist, zu helfen. Im Kepler Uniklinikum wurde ihm ein Chip implantiert.
Seit er sechs Jahre alt ist, leidet Tim an Epilepsie. „Er hat täglich kleinere Anfälle“, erzählt seine Mutter. Doch nun gibt es für den 13-Jährigen aus dem Bezirk Schärding Hoffnung auf Besserung: Tim ist der erste Jugendliche Österreichs, der ein sogenanntes EASEE-Implantat ins Gehirn eingesetzt bekam. Das soll epileptische Anfälle verringern.
„Es wird ein Stimulator direkt am Knochen über dem Bereich, wo die Anfälle beginnen, angebracht. Minimalinvasiv wird dieser sozusagen unter die Kopfhaut gelegt“, erklärt Oberarzt Christian Auer vom Linzer Kepler Universitätsklinikum (KUK), wo der rund 90-minütige Eingriff unter Vollnarkose stattfand. „Dann wird ein Generator unter der Haut im Brustbereich implantiert, der somit – ohne das Gehirn zu berühren – in kurzen Intervallen Stromreize zum epileptischen Fokus sendet“, so Auer weiter. Diese Impulse spürt der junge Patient nicht. „Nachdem die Wunde gut geheilt ist, wird das Gerät von außen programmiert“, sagt der Oberarzt.
Ein Stimulator wird direkt am Knochen über dem Bereich, wo die Anfälle beginnen, angebracht.
Oberarzt Christian Auer, Kepler Klinikum
Hoffen auf Stabilität
Rund 80.000 Menschen sind in Österreich an Epilepsie erkrankt. Das neue Implantat soll helfen, wenn Medikamente nicht anschlagen. Für Erwachsene ist es seit 2023 zugelassen, am KUK steht es im Rahmen einer klinischen Studie nun auch Jugendlichen zur Verfügung. „Uns war von Anfang an klar, dass Anfallsfreiheit bei Tim nicht realistisch ist“, erzählt seine Mutter. „Aber wir hoffen, dass wir eine gewisse Stabilität erzielen und die Medikamente mit ihren Nebenwirkungen reduzieren können.“
„Patient null“ hat die OP gut überstanden
Die Operation hat der 13-Jährige gut überstanden. Wie der eingesetzte Chip wirkt, wird sich erst zeigen. „Wir führen Tagebuch und hoffen, bald einen positiven Effekt beobachten zu können“, sagt Tims Mutter.
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