Nicht einmal 24 Stunden nach dem Hochwasser in den Bezirken Voitsberg und Murtal zog eine neue gewaltige Unwetterfront durch die Steiermark. Vor allem der Sturm sorgte für Schäden und Hunderte Feuerwehreinsätze. In den weststeirischen Katastrophengebieten wurde erneut Alarm ausgerufen!
Der steirische Landesfeuerwehrverband kam Freitagabend mit dem Zählen der Einsätze kaum nach. Eine Unwetterfront zog beginnend von der westlichen Obersteiermark durch das Bundesland, kurz vor 19 Uhr ist sie in Richtung Burgenland abgezogen. Auch in der Landeshauptstadt Graz wurde der Himmel kohlrabenschwarz, und es schüttete heftig.
Viele Sturmschäden
Nicht Hochwasser, sondern der Sturm bereitete dieses Mal die größten Sorgen, berichtet Günter Hohenberger, Leiter der Landeswarnzentrale, gegen 19 Uhr der „Krone“. „Es gibt viele umgestürzte Bäume auf Straßen, Stromleitungen und andere Infrastruktur, auch Dächer wurden abgedeckt.“ Am frühen Abend war die Lage aber noch etwas unübersichtlich. Es zeichnete sich immerhin nicht ab, dass es eine Region besonders schlimm erwischt hat.
Bis zu 10.000 Haushalte waren laut Urs Harnik, Sprecher der Energie Steiermark, ohne Strom, insbesondere in den Regionen Voitsberg und Birkfeld. Man geht davon aus, dass in den Nachtstunden fast alle Störungen behoben werden können.
Gefahr durch Verklausungen gebannt
Leichtes Aufatmen erfolgt in der Weststeiermark: Hier gab es am Donnerstag teils verheerendes Hochwasser, die Gemeinden Edelschrott, Voitsberg, Maria Lankowitz, Krottendorf-Gaisfeld und St. Martin am Wöllmißberg gelten als Katastrophengebiet. Für sie wurde Freitagnachmittag erneut Zivilschutzalarm ausgeben, die Bevölkerung sollte sich in Sicherheit bringen!
Letztlich brachte die neue Gewitterfront auch in dieser Region vor allem Sturmschäden, so der stellvertretende Landesfeuerwehrkommandant Christian Leitgeb. Tagsüber hatten in Erwartung der neuen Front Hunderte Einsatzkräfte alles gegeben. Leitgeb: „Wir konnten jedes Objekt erreichen und zu allen Bewohnern Kontakt aufnehmen.“
Besonders angespannt war die Lage im Teigitschgraben (Gemeinde Krottendorf-Gaisfeld). Es haben sich hohe Verklausungen gebildet, sie bedrohten mehrere Häuser. Die Gefahr scheint mittlerweile weitgehend gebannt zu sein – auch 33 Bundesheer-Soldaten halfen mit, Gewässer von angeschwemmtem Treibholz zu befreien, damit sich keine künstlichen Staudämme bildeten.
„Wir hoffen, dass der Pegelstand der Teigitsch weiter zurückgeht“, sagt Bürgermeister Lukas Vogl am Abend. Einige Häuser sind weiterhin evakuiert, die Bewohner wurden zum Teil in einem Beherbergungsbetrieb untergebracht. Noch wartet viel Arbeit in Krottendorf-Gaisfeld. Vogl: „Die Einsätze werden laufend abgearbeitet.“
Pkw bis zum Dach im Wasser
Auch im Bezirk Murtal – dem zweiten „Hotspot“ am Donnerstag – sind die Feuerwehren wieder im Einsatz. Auch hier ist diesmal laut Sprecher Thomas Zeiler der Sturm und nicht das Hochwasser das Hauptproblem. Viele Bäume sind auf Straßen gestürzt, auch die Murtal Schnellstraße (S36) ist betroffen. Bis in die späten Abendstunden standen 132 Feuerwehrmitglieder im Einsatz.
Einen spektakulären Einsatz gab es bereits tagsüber: In Spielberg steckte ein Pkw in einer Schnellstraßenunterführung fest – er war bis zum Dach unter Wasser. Taucher der Feuerwehr Apfelberg sicherten den Wagen und brachten ihn gemeinsam mit Kameraden aus Spielberg aus der Unterführung. Der Einsatz dauerte eine Stunde.
Weizer Freibad bleibt geschlossen
Freitagabend wurden dann auch viele Schäden aus der Oststeiermark gemeldet, insbesondere aus dem Raum Weiz: So kann etwa das Weizer Freibad am Samstag nicht öffnen. Auch im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld, der erst Anfang Juni eine Unwetterkatastrophe erlebte, mussten wieder viele Feuerwehren ausrücken, um Schäden zu beseitigen.
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