Österreicher beklagen:

Algenschleim verdirbt Badespaß an der Adria

Österreich
10.07.2024 19:27

Grüngrauer „Meeresrotz“ dehnt sich vor Italien weiter aus und verdirbt nun vielen Österreichern den Badespaß.

Er fühlt sich auf der Haut glitschig an und bedeckt weite Teile der Wasseroberfläche: Algenschleim sorgt derzeit dafür, dass viele Urlauber, darunter zahlreiche Österreicher, an der Adria nicht ins Wasser gehen. „Wer sich doch ins Meer wagt, versucht, den Schleim zu umgehen oder hindurchzuwaten“, erzählt ein Urlauber aus Wien im Gespräch mit der „Krone“ vom getrübten Badespaß in Bibione.

Sieht übel aus und riecht auch so
In den vergangenen Wochen spülten die Wellen die sowohl übel aussehenden als auch übel riechenden Mikroalgen an viele Strandabschnitte der norditalienischen Regionen Friaul, Venetien und Emilia-Romagna. Mittlerweile sind auch die Gebiete Molise, Apulien und Abruzzen betroffen. Auch an einigen Stränden in der Nähe von Triest entwickeln sich die stinkenden Algen, die im italienischen Volksmund als „Musillacini“ bekannt sind.

Mancherorts muss man sich durch eine dicke Algenschicht durchkämpfen, um schwimmen zu können (Symbolbild). (Bild: stock.adobe.com/balakleypb)
Mancherorts muss man sich durch eine dicke Algenschicht durchkämpfen, um schwimmen zu können (Symbolbild).

Sie sind zwar nicht gesundheitsgefährdend und tauchen jedes Jahr auf, doch fest steht: In diesem hohen Ausmaß haben sie Urlauber und Einheimische noch nie erlebt – begünstigt durch steigende Temperaturen und eine erhöhte Konzentration von Stickstoff- und Phosphorderivaten im Wasser. Zudem sammelte sich durch die vielen Regenfälle der vergangenen Wochen viel Süßwasser im Meer an. Alles zusammen wirkt als ungewolltes Düngemittel.

Sofortmaßnahmen gefordert
„Wir können uns nicht darauf verlassen, dass sich die Wetterbedingungen ändern und ein Sturm die Mucillagine (auf Deutsch: Schleim) wegspült“, betont Attilio Rinaldi vom Meeresforschungszentrum in Cesenatico das Problem. In Anbetracht der kritischen Situation fordern Betroffene sofortige Maßnahmen. Allen voran tun das die Fischer! „Alle klagen über Schäden an den Netzen und Schwierigkeiten beim Fischen“, erklärt Paolo Tiozzo von der italienischen Genossenschaft für Landwirtschaft und Fischerei. Besonders bei kleinen Booten verstopft der Schleim die Schiffsschrauben und machen eine Reinigung der mechanischen Teile beinahe unmöglich.

Auch der Tourismus leidet, denn der unansehnliche klebrige „Meeresrotz“ – wie Urlauber ihn mittlerweile schon selbst nennen – schreckt die Badegäste ab. Strände bleiben leer. Für viele Küstenorte, die auf den Sommertourismus angewiesen sind, bedeutet das erhebliche finanzielle Einbußen. Bleibt zu hoffen, dass der Algen-Albtraum bald ein Ende hat.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.



Kostenlose Spiele