„Krone“-Kommentar
Altersschwach im Weißen Haus
Früher hieß es, dass ältere Menschen bisweilen ein wenig vergesslich, vielleicht verkalkt, im schlimmsten Fall senil wären. Und das galt eigentlich als ziemlich normal. Heutzutage werden da hingegen dramatisch sofort Demenz oder gar Alzheimer diagnostiziert. Zur Krankheit wird ein Zustand – auch jener des altersbedingten Verfalls – eben erst, wenn er einen Namen hat.
Dass nun „sleepy Joe“ Biden, der amtierende US-Präsident nicht nur verschlafen, sondern offenbar schwer dement ist, müssen indes auch seine entschiedenen Fans eingestehen.
EINERSEITS war es in der Geschichte der Menschheit nichts Außergewöhnliches, dass Staatsoberhäupter altersmild oder eben gar senil waren. Frühere Monarchen – Kaiser Franz Josef wurde 86 – oder auch Päpste waren im hohen Alter wohl auch nicht mehr ganz bei (Geistes-)Kräften.
ANDERERSEITS sollten Spitzenpolitiker in Systemen, deren Repräsentanten gewählt werden, doch geistig gesund, kritik- und entscheidungsfähig sein. Allzumal wenn es sich dabei um eine Supermacht wie die USA handelt, von deren Politik das Schicksal der Menschheit abhängt.
Alter an sich hingegen ist gewiss keinerlei Ausschlussgrund für eine politische Spitzenposition. Im Gegenteil: Weisheit und Abgeklärtheit verbunden mit Empathie und scharfem Verstand wären die ideale Voraussetzung dafür. Ob allerdings Bidens Kontrahent Donald Trump diesen Anforderungen entspricht, darf auch bezweifelt werden.








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