Angehende Polizisten ließen sich quasi widerstandslos festnehmen, Bewohner der Lebenshilfe-Werkstätte Steyr spielten „Bösewichte“. Ziel des Unterfangens an der Sicherheitsakademie: Scheu abbauen und Verständnis füreinander entwickeln.
Geil!“, „Des woa oba supa!“ – groß war die Begeisterung bei den Bewohnern der Lebenshilfe-Werkstätte Steyr bei deren Besuch an der Sicherheitsakademie Linz. Auch die angehenden Polizistinnen und Polizisten ließen sich quasi widerstandslos festnehmen, assistierten den Beeinträchtigten beim Falltraining oder drehten mit ihnen eine Runde mit Blaulicht im Polizeiauto.
Scheu abbauen
Ziel des Projektes: Die Scheu im Umgang miteinander verlieren, „die Menschen mit dem Herzen ansprechen“, nennt das Chefinspektor Gerhard Ortner, Lehrender an der SIAK und die treibende Kraft hinter der Aktion. Denn Beeinträchtigte interpretieren oft die Körpersprache anders, haben Angst vor Uniformierten. Polizeischüler sollen einen empathischen Umgang lernen, um so in Einsatzsituationen sicher reagieren zu können.
Pistolenattrappe erkannt
Von einer Scheu im Umgang war vor Ort nichts zu merken. „Ich habe schon jemanden festgenommen“, meinte etwa Werkstätten-Bewohnerin Emely freudestrahlend. Kevin spielte beim Falltraining bereitwillig den „Bösewicht“ und eine Beeinträchtigte merkte sofort, dass die Polizeischüler nur eine Pistolenattrappe im Holster trugen.
„Unsere Klienten sollen wissen, dass sie zu Polizisten hingehen können, wenn sie ein Problem haben, dass ihnen dort geholfen wird“, erklärte Thomas Mayer, stellvertretender Leiter der Lebenshilfe Werkstätte Steyr. Integrationslandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) lobte das Projekt und will anregen, dass es bundesweit an den Sicherheitsakademien übernommen wird.
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