Kind entführt
Zwölf Jahre Haft für Flughafen-Geiselnehmer
Der Hamburger Flughafen-Geiselnehmer wurde am Dienstag zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Der Vorsitzende Richter sprach von einer „Wahnsinnstat“ am Abend des 4. November. Damals hatte der Mann seine Tochter entführt und Brandsätze auf den Hamburger Flughafen geworfen (siehe Video oben).
Die Vierjährige lebt bei ihrer Mutter im niedersächsischen Stade. Am 4. November 2023 hatte sie der Angeklagte aus der Wohnung entführt und war mit hohem Tempo im Auto zum Flughafen gefahren. In der Nähe des Terminals durchbrach er mit dem Mietwagen drei Schranken und drang bis auf das Vorfeld des Flughafens vor.
Dort warf er zwei Brandsätze aus dem Auto, woraufhin inmitten des Flugbetriebs zwei Feuersäulen emporschossen. Im Prozess am Dienstag dienten Videoaufnahmen als Beweismaterial. Der Angeklagte feuerte mit einer Pistole dreimal in die Luft, einmal davon direkt neben einer kurz zuvor gelandeten Maschine der Turkish Airlines, in der sich noch die Besatzung aufhielt.
Drohte, Tochter in die Luft zu sprengen
Der 35-Jährige forderte, dass ihm ein Flugzeug zur Ausreise mit der Tochter in die Türkei zur Verfügung gestellt werde, und drohte damit, sich und das Kind in die Luft zu sprengen. „Entweder sie sollen uns töten oder wir gehen weg“, zitierte ihn der Staatsanwalt. Ein vermeintlicher Sprengstoffgürtel stellte sich später als Attrappe heraus.
Der Flugbetrieb musste mehr als 20 Stunden eingestellt werden, dabei entstand laut Angaben ein Schaden in Millionenhöhe. Der Vater gestand die Taten weitgehend und wurde jetzt wegen Geiselnahme, Entziehung Minderjähriger, vorsätzlicher Körperverletzung und Besitz von Munition schuldig gesprochen.
Sorgerecht verloren
„Zwölf Jahre Freiheitsstrafe für diese Wahnsinnstat. Das ist unsere Antwort“, sagte der Vorsitzende Richter Torsten Schwarz. Das Sorgerecht hat der Verurteilte bereits verloren.







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