Ketchup-Marktcheck

Intransparente Herkunft, viel Zucker und kaum bio

Österreich
25.06.2024 08:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die verpflichtende Herkunftskennzeichnung in Österreich zeigt Verbesserungsbedarf. Passend zur Grillsaison wurde in einem Marktcheck Ketchup unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass in den Supermärkten besonders bei der Herkunft der Hauptzutat mangelnde Transparenz herrscht. 

Bei etwa 70 Prozent der Produkte bleibt die Herkunft der Tomaten im Unklaren. Wenn die Herkunft bekannt ist, stammen die Tomaten häufig aus trockenen Anbaugebieten im Süden, wo eine intensive Bewässerung erforderlich ist.

500 Liter Wasser für ein Kilo Tomaten
Massive Bewässerung bedeute, dass für ein Kilogramm Ketchup vom Anbau der Paradeiser bis zur Verarbeitung insgesamt über 500 Liter Wasser verbraucht werden. Während ein Kilogramm österreichischer Tomaten einen Wasser-Fußabdruck von nur 33 Litern hat, liegt der globale Schnitt bei 214 Litern. Bei dem Wasser-Fußabdruck handelt es sich um alles Wasser, das für die Produktion eines Produkts verbraucht oder verschmutzt wird.

Wegen der Intransparenz bei der Herkunft der Zutaten ist die Bestnote beim Marktcheck nur ein ...
Wegen der Intransparenz bei der Herkunft der Zutaten ist die Bestnote beim Marktcheck nur ein „Befriedigend“. Am besten schnitt Billa Plus beim Sortimentsvergleich ab.(Bild: Mitja Kobal)

Nur 13 Prozent bio
Auffällig fand Greenpeace auch den hohen Gehalt an Zucker im Ketchup, welcher auf der Zutatenliste fast immer an zweiter Stelle hinter den Paradeisern liegt – bei klassischen Rezepturen macht dieser etwa ein Fünftel aus. Der Bio-Anteil bei Ketchup in den österreichischen Regalen lag im Schnitt bei nur 13 Prozent.

Große Marken verschweigen Herkunft
Die Hersteller zeigten sich laut Greenpeace wenig auskunftsfreudig, so habe es bei den großen Marken wie Felix und Heinz keine Angaben zu den Herkunftsländern gegeben. Nur bei zehn Prozent der geprüften Produkte werde die Herkunft der Paradeiser auf der Verpackung angegeben.

Laut Greenpeace sei dies deshalb problematisch, weil der Großteil des Gemüses weltweit entweder weit aus Ländern wie China angereist ist oder aus trockenen Gebieten im Süden stammt.

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