Drei Kinder mit Keuchhusten schwebten im Kepler Uniklinikum in Linz in Lebensgefahr. „Der Anstieg ist dramatisch“, warnt Oberärztin Ariane Biebl vor immer mehr Fällen. Im Vorjahr wurden in Oberösterreich 1586 Infektionen gemeldet, 1990 waren es noch 76 gewesen. Welche Ursachen die Zunahme hat und wie sie gestoppt werden kann.
Ein Säugling hatte einen derart heftigen Hustenanfall, dass eines seiner erblich bedingt geschwächten Gefäße im Kopf platzte. Bei einem anderen Kind musste zweimal ein Blutaustausch durchgeführt werden, weil die weißen Blutkörperchen gefährlich angestiegen waren. Insgesamt drei Kinder – zwei Säuglinge zwischen null und zwei Monaten sowie ein knapp zweijähriges Kind – schwebten im Kepler Universitätsklinikum zuletzt, wie berichtet, mit einer Keuchhusten-Infektion in Lebensgefahr.
Die gute Nachricht: „Alle drei konnten die Intensivstation verlassen“, gibt Oberärztin Ariane Biebl gegenüber der „Krone“ nun vorsichtige Entwarnung. „Ein Kind ist bereits daheim, eines wartet auf die Reha und eines ist noch auf der Normalstation.“
Keuchhusten-Fälle explodierten
Auch wenn die drei Kinder außer Lebensgefahr sind, beruhigend ist die Keuchhusten-Lage nicht, ist doch die Anzahl der Fälle in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert: 1990 wurden in OÖ noch 76 Keuchhusten-Infektionen registriert, 2019 waren es 414, im Vorjahr bereits 1586. „Der Anstieg ist dramatisch“, meint auch Biebl.
Als Gründe dafür nennt die Oberärztin die „ungenügende Durchimpfungsrate“ und die Corona-Pandemie, durch die bei vielen Erwachsenen die natürliche Immunisierung gegen Keuchhusten nicht stattgefunden habe. Diese Eltern, Großeltern und älteren Geschwister würden nun vermehrt kleine Kinder anstecken.
Impfung während Schwangerschaft
Vor allem für Säuglinge ist Keuchhusten, der durch Tröpfchen übertragen wird, gefährlich: „Bei ihnen äußert sich die Krankheit durch Atempausen“, erklärt Biebl. Erkennen könne man die hochansteckende Infektion etwa dadurch, dass Babys schlechter trinken oder stiller werden.
Die einzige vorbeugende Maßnahme sei eine Impfung, so Biebl, die Erwachsenen rät, ihren Impfstatus zu überprüfen. Alle zehn Jahre ist eine Auffrischung nötig. Werdende Mütter können ihren Kindern einen Nestschutz mitgeben, indem sie sich im letzten Drittel der Schwangerschaft impfen lassen.
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