29.11.2012 10:49 |

"Die Schule kämpft"

Klassenbeste in Deutsch: Mädchen droht Abschiebung

Ein besonders dramatischer Fall von drohender Abschiebung treibt derzeit rund 500 Schüler und Lehrer einer Wiener Hauptschule auf die Barrikaden: Ein zwölfjähriges Mädchen aus dem Kosovo soll nach fünf Jahren in Österreich – laut Asylgerichtshof wegen "mangelnder Integration" – zusammen mit ihrer Familie in den Kosovo abgeschoben werden. Dass die als hochbegabt geltende Leonesa M. die Klassenbeste in Deutsch ist und beide Eltern Jobangebote haben, scheint dabei keine Rolle zu spielen. Und Kontakt mit dem Mädchen wurde seitens des Gerichts bislang auch nicht aufgenommen.

"Es ist die beste Zeit meines Lebens", erzählt die kleine Leonesa in einem ORF-Bericht über ihre Zeit in Wien. Sie habe hier Freunde gefunden, viel in der Schule gelernt und viele Erinnerungen gesammelt, schildert das Mädchen in nahezu akzentfreiem Deutsch. Auch ihre Lehrerin lobt die "exakte und schöne Aussprache" ihrer sprachbegabten Schülerin.

Petition mit 500 Unterschriften
Dennoch will der Asylgerichtshof laut Abschiebebeschluss "kein substanzielles Integrationsbestreben" bei dem Kind erkennen können. Kein Wunder, denn bislang sei seitens der Behörde auch kein persönlicher Kontakt mit Leonesa aufgenommen worden. Deshalb machen sich nun Mitschüler und Lehrer mit einer Petition für Leonesa stark. Bereits 500 Unterschriften wurden gesammelt. "Die Schule kämpft darum, dass dieses Verfahren für das Kind positiv abgeschlossen wird", so Direktor Günther Schmid gegenüber dem ORF.

Seitens des Asylgerichtshofs gab es bislang noch keine fallbezogene Stellungnahme. Dort hieß es lediglich, dass bei der Prüfung solcher Fälle die Deutschkenntnisse, die Fähigkeit zur Selbstversorgung und die Unbescholtenheit besondere Beachtung fänden. Der Anwalt der Familie M. hat nun einen vorläufigen Abschiebeschutz beantragt.

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