Ausgerechnet zur Euro

Größtem Bierkonzern droht Millionenstrafe

Wirtschaft
18.06.2024 08:21

Schwere Vorwürfe gegen die Brau Union: Laut Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) soll das größte Brauereiunternehmen Österreichs seine marktbeherrschende Stellung missbraucht haben, um den Markteintritt konkurrierender Bierhersteller zu beschränken und bestehende Getränkehändler vom Markt zu verdrängen. Es wird eine „angemessene Geldbuße“ gefordert.

Dem Antrag an das Kartellgericht auf Verhängung einer Geldbuße seien umfangreiche Ermittlungen vorausgegangen, die den Verdacht auf „eine Reihe von unzulässigen Verhaltensweisen“ erhärtet hätten, so die BWB. Ab Oktober 2021 seien vermehrt anonyme Beschwerden über das Verhalten der Brau Union eingegangen, im April 2022 habe es eine Hausdurchsuchung in der Zentrale in Linz gegeben.

Das Kartellgericht kann Geldbußen in Höhe von bis zu zehn Prozent des Konzernumsatzes des Vorjahres verhängen. Laut dem „WirtschaftsCompass“ erzielte die Brau Union 2022 einen Umsatz von 850,6 Millionen Euro.

Der Brau Union droht nun eine empfindliche Strafe. (Bild: APA/FOTOKERSCHI.AT/KERSCHBAUMMAYR)
Der Brau Union droht nun eine empfindliche Strafe.

Kunden wurden mit Lieferstopp bedroht
Konkret soll die Brau Union ihre marktbeherrschende Stellung ausgenutzt und Getränkeabnehmern gedroht haben, ihnen kein Bier mehr zu verkaufen, wenn sie nicht auch andere Getränke von der Brau Union beziehen. Darüber hinaus soll die Brau Union Abnehmer verpflichtet haben, keine Getränke anderer Wettbewerber im Sortiment zu führen oder den überwiegenden Teil des Sortiments über die Brau Union abzudecken. Auch soll es zu Markt- und Kundenaufteilungen gekommen sein, die aber teilweise bereits abgestellt wurden. Weiters wirft die BWB dem Konzern vor, wettbewerbssensible Daten ausgetauscht zu haben, um etwa den Markt und den Markteintritt von Konkurrenzunternehmen zu überwachen.

Brau Union konnte Marktanteil während Pandemie steigern
In der Vergangenheit hatte es immer wieder Kritik an der Marktmacht der Brau Union gegeben, vor allem von den konkurrierenden unabhängigen österreichischen Brauereien, etwa Stiegl und Ottakringer. Durch die Preisschlacht in der Corona-Pandemie ist der Marktanteil der Brau Union von zuvor rund 50 Prozent weiter gestiegen. Der österreichische Marktführer vereint unter anderem die Biermarken Gösser, Zipfer, Kaiser, Puntigamer, Schwechater, Wieselburger, Schladminger und Edelweiss unter seinem Dach.

Die Brau Union war 1998 durch die Fusion von Österreichische Brau AG und Steirerbrau entstanden. Seit 2003 gehört das Unternehmen mit 2700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, 15 Biermarken und neun Brauereien zu Heineken, dem zweitgrößten Bierkonzern der Welt.

Unternehmen spricht von „grundlegendem Missverständnis“
Was das Unternehmen zum Antrag der Kartellwächter sagt? Man spricht von einem „grundlegenden Missverständnis“ und erklärt, „vollumfänglich und transparent“ mit allen involvierten Behörden zu kooperieren. Die von Linz aus agierende Brauerei nennt die Vorwürfe der Bundeswettbewerbsbehörde außerdem „Bedenken“, die sich aufklären werden. Für Endverbraucher und Kunden haben sich keine Preisnachteile ergeben, wird betont.

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