Ausläufer in Salzburg

Hochwasser hält Süden Deutschlands in Atem

Salzburg
04.06.2024 07:00

Besorgte Blicke gehen zu unseren Nachbarn nach Bayern, wo tausende Einsatzkräfte gegen die Wassermassen ankämpfen. Ausläufer streifen auch Salzburg: Im Flachgau mussten am Montag zahlreiche überflutete Keller ausgepumpt werden.

Ein Blick nach Bayern lässt in Salzburg viele erschaudern: Nur wenige hundert Kilometer von der Grenze entfernt fällt seit Tagen sintflutartiger und großflächiger Regen. 40.000 Einsatzkräfte und 800 Soldaten der Bundeswehr sind vor Ort und unterstützen bei Evakuierungen. In mehreren Landkreisen wurde Katastrophenalarm ausgelöst und die Helfer kämpfen weiter, tun alles, um Menschenleben zu retten.

Es sind Szenen, die auch Salzburg nur zu gut kennt: Die Hochwasser-Jahre 2002, 2013, 2019 und 2021 sind nicht vergessen. Diesmal ist das Wettergeschehen hierzulande gnädiger. „Es geht immer um die Zurichtung des Tiefs. Das Band lag weiter im Westen“, erklärt Meteorologe Alexander Ohms. Das Italien-Tief zähle zu den „klassischen Regenbringern“ in unserer Region. Feuchte Mittelmeerluft trifft auf kühle Schichten, staut sich am Alpennordrand und wird dort „richtig ausgepresst“.

Die Salzach in Hallein-Rif: Die Pegelstände sind hoch, es drohen aber keine Überflutungen. (Bild: Tröster Andreas)
Die Salzach in Hallein-Rif: Die Pegelstände sind hoch, es drohen aber keine Überflutungen.

Salzburg dürfte glimpflich davonkommen
Die Wassermassen hielten sich in Salzburg am verlängerten Wochenende noch in Grenzen: Spitzenreiter war vor allem im Norden der Samstag. In der Landeshauptstadt fielen in 24 Stunden 55 Liter Regen. Sonntagabend setzte dann auch in den Gebirgsgauen starker Regen ein. In Mittersill wurde an der Salzach kurzfristig die Meldegrenze von knapp vier Metern erreicht. Kurt Kollmann hat als Feuerwehrchef von Mittersill ein geschultes Auge, wenn Hochwasser droht: „Solange es so kalt ist und im Gebirge weit herunter schneit, gibt es noch keinen großen Grund zur Sorge“, ist er froh.

Völlige Entwarnung gibt es laut Wetterexperten aber  nicht: In Bürmoos und Dorfbeuern mussten am Montag rund mehr als 90 Keller ausgepumpt werden.  Vor allem Bürmoos wurde hart getroffen, Überschwemmungen von wenigen Zentimetern bis hinzu 1,5 Meter gingen erneut vom Kaiserbach aus.

Bei der Feuerwehr von Bürmoos gingen mehr als 90 Alarmierungen ein. (Bild: Markus Tschepp)
Bei der Feuerwehr von Bürmoos gingen mehr als 90 Alarmierungen ein.

„Zellen mit Starkregen können sich sehr lokal bilden. Es gibt aber keinen großflächigen Regen“, so Ohms. Lokale Starkregen-Güsse nehmen an Dynamik zu. Ohms: „Seit den 80ern erhöht sich die Regenmenge, die in der gleichen Zeit fällt, um 20 Prozent.“

Weil der Boden keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann und die Pegelstände generell hoch sind, sind kleinere Überflutungen möglich. Flüsse wie Saalach oder Salzach sind aber deutlich träger und dürften keine Höchststände mehr erreichen.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Salzburg



Kostenlose Spiele