Besorgte Blicke gehen zu unseren Nachbarn nach Bayern, wo tausende Einsatzkräfte gegen die Wassermassen ankämpfen. Ausläufer streifen auch Salzburg: Im Flachgau mussten am Montag zahlreiche überflutete Keller ausgepumpt werden.
Ein Blick nach Bayern lässt in Salzburg viele erschaudern: Nur wenige hundert Kilometer von der Grenze entfernt fällt seit Tagen sintflutartiger und großflächiger Regen. 40.000 Einsatzkräfte und 800 Soldaten der Bundeswehr sind vor Ort und unterstützen bei Evakuierungen. In mehreren Landkreisen wurde Katastrophenalarm ausgelöst und die Helfer kämpfen weiter, tun alles, um Menschenleben zu retten.
Es sind Szenen, die auch Salzburg nur zu gut kennt: Die Hochwasser-Jahre 2002, 2013, 2019 und 2021 sind nicht vergessen. Diesmal ist das Wettergeschehen hierzulande gnädiger. „Es geht immer um die Zurichtung des Tiefs. Das Band lag weiter im Westen“, erklärt Meteorologe Alexander Ohms. Das Italien-Tief zähle zu den „klassischen Regenbringern“ in unserer Region. Feuchte Mittelmeerluft trifft auf kühle Schichten, staut sich am Alpennordrand und wird dort „richtig ausgepresst“.
Salzburg dürfte glimpflich davonkommen
Die Wassermassen hielten sich in Salzburg am verlängerten Wochenende noch in Grenzen: Spitzenreiter war vor allem im Norden der Samstag. In der Landeshauptstadt fielen in 24 Stunden 55 Liter Regen. Sonntagabend setzte dann auch in den Gebirgsgauen starker Regen ein. In Mittersill wurde an der Salzach kurzfristig die Meldegrenze von knapp vier Metern erreicht. Kurt Kollmann hat als Feuerwehrchef von Mittersill ein geschultes Auge, wenn Hochwasser droht: „Solange es so kalt ist und im Gebirge weit herunter schneit, gibt es noch keinen großen Grund zur Sorge“, ist er froh.
Völlige Entwarnung gibt es laut Wetterexperten aber nicht: In Bürmoos und Dorfbeuern mussten am Montag rund mehr als 90 Keller ausgepumpt werden. Vor allem Bürmoos wurde hart getroffen, Überschwemmungen von wenigen Zentimetern bis hinzu 1,5 Meter gingen erneut vom Kaiserbach aus.
„Zellen mit Starkregen können sich sehr lokal bilden. Es gibt aber keinen großflächigen Regen“, so Ohms. Lokale Starkregen-Güsse nehmen an Dynamik zu. Ohms: „Seit den 80ern erhöht sich die Regenmenge, die in der gleichen Zeit fällt, um 20 Prozent.“
Weil der Boden keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann und die Pegelstände generell hoch sind, sind kleinere Überflutungen möglich. Flüsse wie Saalach oder Salzach sind aber deutlich träger und dürften keine Höchststände mehr erreichen.
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