Nach 24 Jahren bei den Grünen und fast zehn Jahren im Landtag nimmt Regina Petrik Abschied – mit Gelassenheit und ohne Wehmut. Man habe es als kleine Oppositionspartei geschafft, Themen wie die Bio-Wende und die Gesamtverkehrsstrategie einzubringen. Wie es nun weitergehen wird.
Das Feuer sei noch da, meinte Petrik gestern bei ihrer letzten Pressekonferenz als Klubobfrau. Aber sie wolle dieses Feuer bevor sie in Pension gehe noch für etwas anderes einsetzen, als für die Politik. Bereits im Vorjahr hatte die 60-Jährige angekündigt, bei der nächsten Landtagswahl nicht mehr anzutreten. Die Zeit seither habe sie genutzt, um langsam loszulassen:
Es war der richtige Zeitpunkt.
Regina Petrik
Viele Themen eingebracht
Dem Abschied – der 23. Juni ist ihr letzter Arbeitstag als Politikerin – sieht sie mit Gelassenheit und ohne Wehmut entgegen. Den Grünen sei es – obwohl sie eine kleine Oppositionspartei seien – gelungen, viele Themen einzubringen: Von der konkreten Umsetzung der Bio-Wende, die durch die Initiative der Grünen zustande gekommen sei, über die Novelle des Raumplanungsgesetzes – welches nun mehr Bodenschutz vorsieht – bis hin zur neuen Gesamtverkehrsstrategie, in der sich durch Grüne Vorarbeit regionale Buslinien und Sammeltaxis wiederfinden würden. Möglich gemacht worden seien all diese Erfolge vor allem durch Hartnäckigkeit. „Mir war immer das Menschliche wichtig, mit dem Fokus Lösungen zu finden und nicht das Problem zu beschwören“, sagt die Grüne.
Jobtour war prägende Erfahrung
Persönlich geprägt hätten sie ihre Jobtouren „Regina will’s wissen“. Bei diesen schnupperte sie immer wieder in verschiedene Branchen hinein, etwa in die Pflege, in die Gastronomie oder in die Arbeit als Supermarktmitarbeiterin. Für ihre politische Tätigkeit sei es ihr wichtig gewesen, die Arbeitsrealität anderer kennenzulernen.
„Ich habe dann in der politischen Arbeit oft erlebt, dass viele sich zuerst eine politische Meinung haben und sich die dann bestätigen lassen.“ Dass sie bei ihrem künftigen Job außerhalb der Politik nicht mehr in der ersten Reihe stehen wird, werde sie nicht vermissen, auch nicht den mit der Arbeit als Spitzenpolitikerin verbundenen Zwang, sich nach außen hin zu präsentieren.
„Bühne frei“
Politisch will sie sich künftig nicht mehr zu Wort melden. „Wenn ich um Rat gefragt werde, stehe ich zur Verfügung. Aber es geht auch ganz gut ohne mich.“ Ihr Mandat im Landtag wird die neue Grünen-Chefin Anja Haider-Wallner übernehmen. „Jetzt ist die Bühne frei für die anderen“, sagt Petrik.
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