Jäger entsetzt

Schnurfalle in Wald genau auf Kopfhöhe gespannt

Oberösterreich
16.05.2024 06:00

Gefährliche Aktion mit Strangulationsgefahr auf einer Wildwechselstrecke in Neuhofen an der Krems (OÖ): Ein erfahrener Jäger vermutet, dass Wilderer auf diese Weise zu Abwurfstangen kommen wollten. In der Szene verurteilt man diese Aktion aufs Schärfste.

Der passionierte Jäger Hanspeter G. (65) aus Neuhofen an der Krems war kürzlich zu Erholungszwecken zu Fuß in einem fremden Revier seiner Heimatgemeinde unterwegs. „Ich bin dort mit meiner Dackelhündin ,Livia‘ spazieren gegangen“, erzählt der Unternehmer.

Kräftige Schnur
Im Bereich einer Wildwechselstrecke fiel seinem geschulten Auge etwas auf, das seinen Ärger erregte. „Genau in Kopfhöhe für Rehwild war zwischen zwei Bäumen eine kräftige Schnur gespannt. Mir war sofort klar, was das bedeutet. Offenbar wollte hier jemand auf höchst niederträchtige Weise Abwurfstangen sammeln“, betont G.

Andenken, Dekoration und Werkmaterial 
Normalerweise werfen Geweihträger bei Rehwild einmal jährlich – im Spätherbst bzw. im Frühwinter – ihre Stangen ab, und dann beginnt ein neues Geweih zu wachsen. Diese Abwurfstangen können als Andenken, Dekoration und Werkmaterial (beispielsweise für Knöpfe oder Schmuckstücke) genutzt werden. Das Sammeln der begehrten Stangen ist aber nur Revierinhabern oder deren Pächtern erlaubt. Ein Zuwiderhandeln fällt unter das Strafrecht (Eingriff in fremdes Jagdrecht, § 137 StGB): Eignet sich jemand revierfremde Abwurfstangen an, kann er zur Rechenschaft gezogen werden.

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Derartige Aktionen bedeuten jedenfalls nichts Gutes. Wenn Wildtiere die Schnur bei der Flucht übersehen, ist das kein Lausbubenstreich mehr.

Christopher Böck, Wildbiologe

Schnur sofort durchtrennt
Die kompakte Schnur war laut G. in rund 1,20 Metern Höhe angebracht worden. „Der Täter scheint bewusst in Kauf genommen zu haben, dass auch Tiere stranguliert werden können“, ärgert sich G. Auf besagter Strecke mitten im Wald würde Rehwild im vollen Lauf daherkommen. „Normalerweise befestigt man nur einen Ast an einer Futterstelle, bei dem das Wild dann beim Fressen die Stange abstreift.“ G. trennte die Schnur sofort durch, um Tierleid zu verhindern. Wer sie angebracht hatte, ist unklar.

Auch Christopher Böck, Wildbiologe des Landesjagdverbandes, zeigt sich über den Vorfall besorgt: „So etwas ist kein Lausbubenstreich!“

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