Silke Pichler aus Oberösterreich ist dem Tod trotz eines Herzstillstandes und großer gesundheitlicher Probleme mehrmals von der Schippe gesprungen. Mit ihrem Buch will sie anderen Mut jetzt machen.
Am 10. Juli 2018 blieb das Herz der damals 42-jährigen Oberösterreicherin stehen. Sie war an dem sonnigen Vormittag gerade auf dem Weg zu ihrem Auto. Dank einer perfekten Rettungskette – angeführt durch den zufällig in der Nähe arbeitenden Rotkreuz-Sanitäter Christoph Aumayr -überlebte sie. Ihr Leidensweg begann erst.
Auf der Intensivstation
Nach einer einstündigen Reanimation zuerst der Aufenthalt auf der Intensivstation. Im künstlichen Koma. Sie sei danach immer wieder gefragt worden, ob man dort etwas mitbekomme. „Oh ja, das tut man, und es ist schrecklich“, schildert sie unter anderem in ihrem Buch.
Sie beschreibt auch, wie es ist, wenn das Herz anfängt verrückt zu spielen und automatische Stromschläge des Defibrillators auslösen. Einmal habe die Auswertung des Geräts einen Puls von 360 ergeben. Nach einigen Zusammenbrüchen folgten zwei Herz-Operationen, einmal durch einen extra eingeflogenen Spezialisten. Beide waren leider nicht erfolgreich.
Ohne Spenderorgan kein Überleben
Im Vorjahr stand dann fest: Ohne ein Spenderorgan wird die zweifache Mutter nicht mehr lange überleben. „Im Spital war für den Fall des Falles schon die Herz-Lungen-Maschine für mich serviert.“ Aber das Schicksal hatte einen anderen Plan. Es kam die erlösende Nachricht. Ein passendes neues Herz war rechtzeitig gefunden worden.
„Habe nie nach dem Warum gefragt“
Seit der Transplantation im September geht es gesundheitlich bergauf. Die vielen bangen, aber oft auch skurrilen Momente hat Pichler in ihrem 37-seitigen Kurz-Buch festgehalten. Und auch wie sie die Kraft gefunden hat, das alles psychisch zu verkraften. „Ich habe nie nach dem Warum gefragt, sondern alles angenommen“, so die zweifache Mutter im Gespräch. „Wenn mir vorher jemand mit Durchhalteparolen gekommen wäre, hätte ich ihm gesagt, das musst du einmal selbst erleben. Ich habe es selbst erlebt. Deshalb möchte ich anderen Mut machen.“
„Rosalie“
Ihrem Spenderherz hat sie den Namen „Rosalie“ gegeben. Eine spontane Eingebung. So heißt auch das Buch, das sie nun im Eigenverlag für Interessierte vertreibt. Wer mit Oberösterreicherin Kontakt aufnehmen möchte, kann sich per E-Mail an die Ombudsfrau-Redaktion wenden.
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