In Leopoldskron entfernte die Salzburg AG ein Nest, ohne jedoch einen Ersatzplan zu haben. Im Flachgau hat es ein anderer Konzern einst besser gemacht.
Fridolin und Elsa haben die Flucht aus Leopoldskron ergriffen: Das von Anrainern so getaufte Storchenpärchen hatte Mitte April nahe der Moosstraße mit dem Nestbau begonnen. Im Bundesland sind die Zugvögel eine absolute Rarität – erst vor wenigen Jahren wurden sie nach gut zwei Jahrhunderten Pause wieder beim Versuch gesichtet, den Sommer im Bundesland zu verbringen. Die Freude bei den Vögelfreunden über die bevorstehende Brut und möglichen Nachwuchs war riesig.
Doch die Salzburg AG schritt ein. Wegen eines Kurzschlusses auf dem von Meister Adebar als Nest ausgewählten 110k-V-Strommast, wie der Konzern knapp mitteilte.
Mobilfunkanbieter half bei Brutvorbereitungen mit
Und wegen der Gefahr, die auch für die Tiere ausgehen dürfte. Deswegen stieß ein Salzburg AG-Techniker am 18. April den bereits aus unzähligen Ästen zusammengetragenen, kompakten Nestring einfach zu Boden. Die Trauer bei den Bewohnern des Wildmoos- und Obermoosweges war groß – die „Krone“ berichtete.
Erst am 23. April nahm die Salzburg AG laut eigenen Angaben Kontakt mit einem Naturschutzverein auf – da hatten findige Nachbarn Fridolin und Elsa längst ein eigenes behelfsmäßiges Nest gebastelt. Allerdings reagieren die Wildvögel auf Störungen während der gesamten Brutphase sehr sensibel. Das neue Quartier wurde besichtigt, das Pärchen fühlte sich in Leopoldskron aber vermutlich nicht mehr sicher genug. „Es hätte noch vor dem Entfernen des ersten Nests eine Alternative in Sichtweite geben müssen“, erklärte eine Wildvögel-Expertin.
Wie es richtig geht, zeigte A1 in Straßwalchen vor. Ein 2020 errichteter Sendemast wurde von Technikern des Mobilfunkanbieters so modifiziert, dass ein Storchenpaar 2021 bei der Rückkehr ein noch größeres Nest vorfand und Nachwuchs zur Welt brachte.
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