Bewaffneter "Rächer"

Falsch verstandene Zivilcourage bringt Steirer vor Gericht

Österreich
27.09.2012 10:23
Zivilcourage ist eine Sache, Selbstjustiz aber eine ganz andere: Weil er sie für Einbrecher hielt, jagte ein 20-jähriger Steirer mit einem Gewehr bewaffnet drei Jugendliche - und das über etliche Kilometer. Am Mittwoch mussten sich der Schuhmacher und sein Beifahrer (21) in Leoben vor dem Straflandesgericht verantworten.

Grüne Tarnuniform, schwarze Farbe im Gesicht und ein Gewehr in der Hand - kein Wunder, dass den drei Burschen in dem abgelegenen Wald fast das Herz stehen blieb, als der Angeklagte mit der Waffe auf sie zielte. "Es gibt hier nur ein paar Häuser, es war spät nachts, und außerdem wurde bei uns bereits zwei Mal eingebrochen", erklärte der 20-Jährige vor Gericht.

Geld- und bedingte Haftstrafen
Das Trio raste davon, der Steirer und sein mitangeklagter Freund jagten hinterher. Erst nach 29 Kilometern endete diese Jagd. "Selbstjustiz gibt es in Österreich nicht", stellte Richterin Sabine Anzenberger klar. "Ich hatte nichts Böses geplant. Ich wollte Gutes tun!", entgegnete der Angeklagte.

Dennoch: sechs Monate bedingt und 6.000 Euro Geldstrafe für den "Sheriff", vier Monate bedingt für den Beifahrer - nicht rechtskräftig.

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