300 Fälle wurden im vergangenen Jahr durch die Kinder- und Jugendanwaltschaft bearbeitet – eine Steigerung um 30 Prozent.
Teuerung, Kriege, Umweltthemen und die damit verbundenen psychischen Belastungen sorgen unter anderen dafür, dass Kinder- und Jugendanwalt Christian Netzer und seine Mitarbeitenden alle Hände voll zu tun haben. So stieg im Vergleich zum Jahr 2022 die Zahl der bearbeiteten Fälle um 30 Prozent an. 27 Prozent der insgesamt 300 Anfragen wurden anonym eingebracht. Elf Prozent stammten direkt von Kindern und Jugendlichen. In 88 Prozent der Fälle konnten Lösungen erzielt werden, die übrigen wurden an andere Stellen weitervermittelt, resümierte Netzer in seinem aktuell vorliegenden Tätigkeitsbericht.
bearbeiteten Kinder- und Jugendanwalt Christian Netzer und seine Mitarbeiter im Jahr 2023. Psychische Belastungen sorgten für eine Steigerung der Anfragen.
Kein bestimmter Schwerpunkt
Bei den Anliegen der Kids unter 14 Jahren ging es in der Regel um Kinderrechte. Bei den 14- bis 18-Jährigen drehten sich die Themen um allgemeine Rechtsfragen, Strafrecht oder Fragen zur Obsorge/Kontaktrecht. Bei den 18- bis 21-Jährigen ging es überwiegend um allgemeine Rechtsfragen. Bei den Anliegen der Erwachsenen handelte es sich um Anliegen im Bereich Schule, Kindergarten und Spielgruppen oder Fragen zu den Themen Obsorge und Kontaktrecht.
Ein bestimmter Schwerpunkt hat sich nicht herauskristallisiert. „Es gab jedoch generell mehr Anfragen zum Themenbereich Schule und Kindergarten, allerdings mit ganz unterschiedlichen Problemen wie Schulabsentismus, Mobbing, pädagogisches Vorgehen, Diskriminierung“, erläuterte der Kinder- und Jugendanwalt. Auch wurden die Fälle zunehmen komplexer und würden mehrere Zuständigkeitsbereiche betreffen.
Es gab mehr Anfragen zum Thema Schule, aber mit unterschiedlichen Problemen wie Absentismus, Mobbing oder pädagogisches Vorgehen.
Christian Netzer, Kinder- und Jugendanwalt
Basisworkshops und neue Angebote
Über Kinderrechte informieren Netzer und seine Mitarbeiter auch an Schulen. 653 Schüler aus 31 Klassen profitierten im vergangenen Jahr vom Angebot „kija@school“ – etwas weniger als noch im Vorjahr. Grund dafür war eine Evaluierung und Neukonzeptionierung des Angebots. So gibt es ab diesem Jahr neben den Basisworkshops auch neue Angebote mit Schwerpunkten im Bereich der digitalen Welt und auch Cybermobbing.
Neu im Programm ist auch eine Koordinierungs- und Kompetenzstelle für Kinderschutzkonzepte, deren Mitarbeiter Schulen und Vereine unterstützen. Zudem gibt es eine Meldestelle für Grenzverletzungen und Missbrauch im Sport.
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