Das frühsommerliche Wetter hat am Wochenende die ersten Badegäste an den Neusiedler See gelockt. Machte er in den vergangenen Jahren oft Schlagzeilen wegen seinem niedrigen Wasserstand, fiel zumindest die erste Bilanz in diesem Jahr gut aus. Der Wasserstand ist höher als im Vorjahr, die Verdunstung aber findet inzwischen über das ganze Jahr statt.
Schlamm in den Buchten, ausgetrocknete Lagunen, tote Fische und absterbendes Schilf. Wegen all dem schafft es der Steppensee regelmäßig – vor allem im Sommer - in die Schlagzeilen. Dass sich das Wasser an den Randbereichen des Neusiedler Sees immer mehr zurückzieht, ist kein Geheimnis.
Doch die Wasser-Situation dürfte aktuell gut sein, wie Harald Grabenhofer vom Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel sagt. Die milden Temperaturen und starker Wind führen allerdings dazu, dass die Verdunstung mittlerweile nahezu das ganze Jahr über stattfindet, verweist Grabenhofer auf den Klimawandel. Um sich an diesen anzupassen, gelte es, das Wasser in der Region zu halten.
Projekt gestartet
Wind und hohe Temperaturen führen dazu, dass der See durch die starke Verdunstung Wasser verliert. Dies passiere nun nicht nur in den Sommermonaten: „Durch den Klimawandel wird die Verdunstung mehr und findet sogar im Winter statt, wenn es keine Minusgrade gibt“, erklärte Grabenhofer.
Durch den Klimawandel wird die Verdunstung mehr und findet sogar im Winter statt, wenn es keine Minusgrade gibt.
Harald Grabenhofer, Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel
Um den Wasserverlust im See der Burgenländer zu stoppen, gibt es zahlreiche Experten, die alle wissen wollen, was zu tun wäre. Die einen wollen den See austrocknen lassen, er würde sich von selbst wieder zurückbilden, die anderen hingegen Wasser aus dem Einserkanal oder aus der ungarischen Donau über eine Pumpe zuleiten. Kürzlich wurde das Projekt „LIFE Pannonic Salt“ gestartet, das zum Wasserrückhalt und zur Anhebung des Grundwassers beitragen soll.
Wasserstand heuer höher
Was den Neusiedler See betrifft, hält dieser aktuell bei 115,41 Meter über Adria, das sind gut 40 Zentimeter mehr als 2023. Auf das langjährige Mittel fehlen 17 Zentimeter. Für die Wasservögel ist die Situation damit wesentlich besser als im Vorjahr. „Wir sehen einer hoffentlich erfolgreichen Brutsaison entgegen“, meinte Grabenhofer. Ab August ist die Region wieder Rastplatz für durchziehende Wasservögel und wie die Situation dann aussieht, lasse sich natürlich noch nicht abschätzen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.