Opposition ist vereint

„Riesenloch“ war früher ein plätscherndes Eldorado

Niederösterreich
06.04.2024 05:00

Durch die Bank einig sind sich vier politische Parteien in Hollabrunn: Der geplante Mega-Wohnbau mit zwei Tiefgaragen hätte seitens der Stadt nie genehmigt werden dürfen – der wasserdurchsetzte Untergrund hat schon anderen Bauten Probleme bereitet. Gemeinsam fordert die Opposition in einem Fragenkatalog nun Transparenz und Aufklärung von der ÖVP.

Es war eine Nacht-und-Nebel-Aktion: Zahntechniker Valtentin Späth zog mit all seinen Geräten aus dem lädierten Haus neben der Großbaustelle Hollabrunn aus – die „Krone“ berichtete. Gerade rechtzeitig, denn am nächsten Tag wurde das Gas abgedreht, da Risse und Verwerfungen zu groß waren. „Als Zahntechniklabor wäre nur ein Tag Ausfall eine Katastrophe gewesen“, erklärt er: „Es war die richtige Entscheidung, denn meine Geräte sind auf Gas angewiesen.“

Zahntechniker Valentin Späth zog freiwillig um – samt allen Geräten innerhalb einer Nacht in ein Ersatzquartier. (Bild: Dentallabor Späth)
Zahntechniker Valentin Späth zog freiwillig um – samt allen Geräten innerhalb einer Nacht in ein Ersatzquartier.
Der Stiegenaufgang: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte . . . (Bild: zVg)
Der Stiegenaufgang: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte . . .

An eine Kostenrückerstattung der rasch und penibel vorbereiteten Aktion von knapp 40.000 Euro denkt er noch gar nicht. Ärgerlich ist für ihn eher: „Andere mussten auf der Stelle raus. Bei mir war die Gemeinde zuständig, die hat jedoch jegliche Gefahrensituation strikt ausgeschlossen“

Opposition geschlossen gegen Bürgermeister
Da dies nicht die erste Baustelle ist, bei der sich der Bürgermeister als Baubehörde erster Instanz keinen guten Ruf gemacht hat, reicht es nun der Opposition: Noch am Freitagvormittag, haben alle Parteien einen offenen Brief an Babinsky zum Bauprojekt „Living City“ unterzeichnet.

Tenor des vier vollgeschriebenen Seiten umfassenden Schriftstücks: „Die Anrainer fühlten sich von Beginn an mit ihren Sorgen nicht ernst genommen, auf Einwände wurde kaum oder unzureichend reagiert.“ Den Abschluss bilden 17 Fragen, in denen man „Aufklärung bei völliger Transparenz“ von Bürgermeister Babinsky fordert.

Auszug aus dem Buch „Drogerie zum schwarzen Hund“: Ein Bild des Areals von damals. (Bild: zVg)
Auszug aus dem Buch „Drogerie zum schwarzen Hund“: Ein Bild des Areals von damals.

Das (Bau-)Risiko durch Wasser war vielen bekannt
Außerdem werden immer mehr Fakten rund um das Gelände bekannt: Früher etwa war an der heutigen Großbaustelle das erste Freibad samt Nebenbecken im Erdreich. „Das bedeutet, dass die Gegend schon seit jeher von Wasser durchsetzt ist“, erzählt ein weiterer Anrainer: „Schauen Sie nur in die weiter entfernte Bahnstraße. Auch dort stehen Häuser derart schief, dass man es von außen deutlich sieht.“

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