Hochblüte, Holocaust

Filmemacher rückt jüdische Kultur in Blickpunkt

Burgenland
05.04.2024 16:00

Zeitgeschichte, die unter die Haut geht: „Heute sind wir hier, um einen Film zu sehen, der traurig macht“, sagte Produzent Norbert Blecha besonnen bei der Premiere von „Lackenbach. Meine Kehillah". In der ehemaligen Synagoge Kobersdorf setzte er ein kräftiges Lebenszeichen für jüdische Kultur. 

Die neue Terra-Film-Doku wirft einen tiefsinnigen Blick in eine grausame Vergangenheit – als Lackenbach, einst eine blühende jüdische Gemeinde, auf brutalste Weise von den Nationalsozialisten seiner großen Kultur beraubt worden ist. Das Ende eines lebendigen Geschäftszentrums, geprägt von einem bunten Mix an Handwerkern, Händlern und Bauern.

Vranitzky erzählt
Zu Wort kommen in der filmischen Aufarbeitung jene, die den Holocaust überlebt haben, da ihnen die Flucht ins Ausland gelungen ist. Und jene, die mit Lackenbach tief verwurzelt sind wie Bundeskanzler a. D. Franz Vranitzky und Landesrat Heinrich Dorner. Mittendrin Innenminister a. D. Karl Blecha.

Kronanwalt zu Gast
Aus der jüdischen Community waren Nachfahren zu Gast, deren Familien aus Lackenbach stammen, dort gelebt haben und vertrieben worden sind. Einer davon ist David Joseph. Die Mutter des späteren britischen Kronanwaltes gelangte von Lackenbach über Wien in einem Kindertransport nach London. Erst sehr spät hat Joseph die Geschichte seiner Familie hinterfragt.

Anlass war ein Foto seiner Lackenbacher Familie, von der er keine Person kannte. Erst allmählich kam dieser Teil der eigenen Geschichte wieder zum Vorschein.

Anstoß für Doku
Bei der Doku-Premiere dabei war auch Dan Saad, der heute mit seiner Familie in Frankreich lebt. Er hat mit seinem Buch über die österreichisch-ungarischen Wurzeln seines Stammbaumes einen Anstoß für Blechas Dokumentarfilm über die jüdische Gemeinde Lackenbach gegeben.

Norbert Blecha und Vranitzky begrüßten die Nachfahren jüdischer Familien, die aus Lackenbach stammen. (Bild: Karl Grammer)
Norbert Blecha und Vranitzky begrüßten die Nachfahren jüdischer Familien, die aus Lackenbach stammen.

„Gut, dass wir über Vergangenes nicht schweigen, sondern darüber reden“, merkte Norbert Blecha an. Der bewegende Film endet mit den Namen der Ermordeten – und der Botschaft, so etwas nie wieder zuzulassen.

Fakten

Filmproduzent Norbert Blecha wurde 1950 in Wien geboren. In den frühen 1970er-Jahren ging er nach Amerika, wo er in Hollywood als Stuntman und Schauspieler gearbeitet hat. Nach zwölf Jahren kam Blecha wieder zurück und gründete in St. Georgen das Unternehmen Terra Film. Jetzt gerade ist er wieder als Schauspieler in einer französischen Produktion im Einsatz. In einem Film über Michael Jackson spielt der Mime den Chauffeur der Pop-Ikone, die mit ihm „während der gemeinsamen Fahrten über das Leben sinniert“, so Blecha.

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