22.08.2012 12:58 |

Nach Köpferollen

Staatssekretär soll frischen Wind in Kärntner VP bringen

Bemüht, ihr angeschlagenes Image in Kärnten wieder aufzupolieren, hat die ÖVP am Mittwoch Wolfgang Waldner (rechts im Bild), bisher Staatssekretär im Außenministerium, in die Niederungen der Landespolitik entsandt. "Waldner ist als Landesrat gemeinsam mit dem geschäftsführenden ÖVP-Landesobmann, Gabriel Obernosterer, Garant für den Kurs der Erneuerung in Kärnten", lobte Parteichef Michael Spindelegger den frischen Wind in der Landespartei. Die Spitzenkandidaten-Frage blieb allerdings vorerst offen.

Waldner folgt Achill Rumpold als Landesrat nach, der wegen seiner Nähe zu dem tief in die Causa Birnbacher verstrickten Ex-ÖVP-Landesparteichef Josef Martinz das Handtuch geworfen hatte. Nach Ansicht von Vizekanzler Spindeleggers stehen Waldner und Obernosterer (links im Bild mit Waldner) "für einen zukunftsorientierten Kurs im Land Kärnten".

Wer wird ÖVP-Spitzenkandidat?
Wer von den beiden bei der kommenden Landtagswahl als ÖVP-Spitzenkandidat ins Rennen geht, blieb jedoch vorerst offen. "Ich bin keiner, der sich um Ämter reißt", sagte Waldner bei seiner Begrüßung in Klagenfurt. Obernosterer habe Führungsqualität und vermittle, "dass es einen Aufbruch gibt", so der designierte Landesrat. Und Spindelegger habe erkannt, dass es wichtig sei, "wenn in Kärnten neue Gesichter, neue Politiker arbeiten". "Wir wollen Kärnten sanieren und dem Land den Stellenwert geben, der ihm zusteht", betonte Obernosterer, für den die Frage des Spitzenkandidaten ebenfalls kein vordergründiges Thema sei.

Vor seiner Kür zum Staatssekretär leitete Waldner das Wiener Museumsquartier und das österreichische Kulturinstitut in New York. Der Diplomat mit ÖVP-Mitgliedschaft mischte allerdings auch immer wieder gerne in der Politik mit. 2011 etwa unterstützte er etwa die strauchelnde Wiener Volkspartei bei ihrer Selbstfindung. Der 57-Jährige mit familiären Wurzeln im Kärntner Gailtal hatte sich auch bei den Präsidentschaftswahlkämpfen von Thomas Klestil 1992 und 1998 beteiligt.

Gemischte Partei-Reaktionen auf Bestellung
Aus der Kärntner Parteienlandschaft kamen indessen gemischte Reaktionen auf Waldners Einsetzung als Landesrat. "Waldner tritt ein schweres Erbe an. In der Kärntner Politlandschaft gibt es momentan wohl keinen undankbareren Job, als in der ersten Reihe der ÖVP zu stehen", erklärte etwa der grüne Abgeordneter Rolf Holub. "Wenn Waldner für Kärnten arbeitet, dann passt uns das", sagte FPK-Chef Kurt Scheuch. Der Kärntner ÖVP attestierte er allerdings, "vollkommen in der Hand der Wiener ÖVP" zu sein und nicht mehr selbstständig agieren zu können. "Er wird an seinen Taten gemessen werden", befand SPÖ-Landesparteiobmann Peter Kaiser.

Lopatka wird Waldners Nachfolger im Außenamt
Waldners Nachfolge im Außenamt tritt Reinhold Lopatka an. Als Staatssekretär im Außenministerin steht er künftig direkt an der Seite von ÖVP-Obmann und Ressortchef Spindelegger. Bereits am Donnerstag wurde Lopatka offiziell vorgestellt (siehe Video in der Infobox).

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