Wiener Kapitäninnen:

„Wir sehnen uns schon sehr nach einem Derby“

Fußball National
08.03.2024 06:54

Die Kapitäninnen Verena Volkmer (Austria) und Carina Wenninger (Rapid) über das Top-Duell der Zukunft, undenkbare Fangesänge und Stimmung.

Aufgrund des großen Andrangs wurde der erste Heimtest von Rapids Frauenteam vom Trainingsplatz West 1 ins Allianz-Stadion verlegt (Freikarten an der Abendkassa), empfängt der künftige Landesligist um die 127-fache Teamspielerin Carina Wenninger am 15. März Traiskirchen. Für Austria wird’s nach der Winterpause am Sonntag wieder heiß, Verena Volkmer und Co. gastieren mit dem Bundesligisten im Cup-Viertelfinale bei Sturm. Zuvor gaben die beiden Kapitäninnen interessante Einblicke in den Frauenfußball in Österreich.

„Krone“: Die Stimmung ist bei den Männern im Wiener Derby immer extrem. Wie ist im Vergleich die Atmosphäre beim Frauenfußball?
Volkmer: Die ist ausbaufähig. Natürlich wünscht du dir Fans im vierstelligen Bereich, ich habe das bereits selbst in Deutschland erlebt, das pusht dich extrem.
Wenninger: Bei uns sind ganz andere Fangruppen im Stadion. Im Frauenfußball ist die Stimmung auf den Tribünen sehr friedlich.

Sind homophobe Fangesänge, die im Männerfußball in Österreich ein Problem sind, im Frauenfußball denkbar?
Wenninger: Für mich ist das undenkbar. Ich habe solche Gesänge noch nie erlebt, habe die Stimmung im Frauenfußball immer als sehr positiv wahrgenommen. Ein Highlight war die Champions League mit der AS Roma. Da waren 40.000 Fans im Stadion, die Atmosphäre war sagenhaft.
Volkmer: Ich kann damit überhaupt nichts anfangen, bin ein extrem weltoffener Mensch, habe selbst eine Freundin. Bei aller Rivalität, aber ein Mensch kann doch nicht wegen sexueller Orientierung, Hautfarbe oder Religion diskriminiert werden. Der Frauenfußball ist familiärer, ich habe homophobe Gesänge noch nicht erlebt.

Wann wird es das erste große Wiener Derby im Frauenfußball geben?
Volkmer: Wir sehnen uns schon sehr nach dem großen Derby. Den Spielerinnen würde damit viel Aufmerksamkeit und eine coole Bühne geboten werden.
Wenninger: Da Rapid erst in der kommenden Saison in die Landesliga einsteigt, wird es noch etwas dauern. Aber wenn es so weit ist, wird die Freude auf ein ganz besonderes Fußballfest riesig sein.

Wie viele Fußball-Spielerinnen können in Österreich von ihrem Sport leben?
Wenninger: Bei Rapid haben wir noch keine Profis. Alle sind berufstätig, studieren oder gehen noch zur Schule. Sehr wichtig für die Zukunft wird sein, dass die Spielerinnen Verträge bekommen, die sie bei schweren Verletzungen absichern.
Volkmer: Wir haben sechs bis sieben Profis, die jüngeren Spielerinnen besuchen nebenbei noch die Schule, zwei haben einen Nebenjob. Ich kann mir mein Leben für den Moment finanzieren.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es im Frauenfußball in Österreich?
Volkmer: Man muss noch mehr dafür sorgen, präsent zu sein, um die Fans mit vielen Attraktionen ins Stadion zu bringen. Es ist wichtig, dass Traditionsvereine der Herren auch im Frauenfußball mitspielen. Die Strahlkraft ist sofort zu spüren.
Wenninger: Wir haben noch großes Potenzial in der Breite. Wichtig ist die Professionalisierung. Dass der ORF jede Bundesliga-Runde ein Spiel live überträgt und die anderen Matches auf ÖFB-TV zu sehen sind, ist ein erster ganz wichtiger Schritt gewesen.

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