06.07.2012 16:16 |

Extrem bedrohte Art

WWF frohlockt: 15 Seeadler-Jungtiere in NÖ-Auen

Die Brutsaison des im Jahr 2001 bereits als ausgestorben gegoltenen österreichischen Wappenvogels ist 2012 erfolgreicher denn je verlaufen: 13 Seeadlereltern hätten 15 Jungvögel zum Ausfliegen gebracht, meldet der WWF. Die Naturschützer rechnen mit einem weiteren Anwachsen der Population. Einer aktuellen Untersuchung zufolge bietet Österreich derzeit bereits wieder mindestens 30 Paaren einen Lebensraum.

Besonders beliebt unter den brütenden Greifvögeln waren 2012 der Nationalpark Donau-Auen (Heimat des Adlers im Bild), die Tullnerfelder Donau-Auen, die March-Thaya-Auen sowie Regionen im Wald- und Weinviertel. Mit seinen großen Wald- und Wasserflächen, bei dünner menschlicher Besiedlung, biete vor allem das Waldviertel dem Seeadler beste Voraussetzungen.

Die Vögel sind horsttreu und sehr störungsempfindlich, weswegen die kurzzeitige Sperre von Spazierwegen oder die Vertagung von Forstarbeiten bereits zu einem besseren Brutergebnis beitragen.

Sichtungen auch in der Oststeiermark
Neben Ostösterreich werden auch in der Oststeiermark vermehrt Adler beobachtet. "Wir vermuten, dass es dort zwei bis drei weitere Paare gibt, die wir möglicherweise aufgrund der Reviergröße noch nicht gefunden haben", so Christian Pichler vom WWF.

Die Nationalparks Donau-Auen und Neusiedler See - Seewinkel sowie der WWF setzen sich seit den 1990er-Jahren für die Rückkehr des Seeadlers ein. "Durch Gewässervernetzungen und Uferrückbau schaffen wir jene typischen Lebensräume einer Flussauenlandschaft, die dem Seeadler optimale Bedingungen bieten", erklärte der Direktor des Nationalpark Donau-Auen, Carl Manzano. Betont wird die breite Zusammenarbeit im Seeadlerschutz, die auch das Land Niederösterreich unterstütze.

"Nach wie vor schwarze Schafe unter Jägern"
Auch der Kampf gegen illegale Abschüsse und Vergiftungen habe sich erfolgreich gezeigt. Dennoch: allein in diesem Jahr starben bereits zwei Seeadler in den March-Thaya-Auen durch Giftköder. Pichler führt aus, dass es nach wie vor "schwarze Schafe" unter den Jägern gäbe.

Oftmals werde das in der Landwirtschaft bis 2008 EU-weit angewandte, doch mittlerweile in Österreich verbotene Carbofuran zur Vergiftung von Madern oder Füchsen verwendet. Seeadler, die vor allem im Winter auch Aas fressen, würden dabei der höchst giftigen Substanz jedoch ebenfalls zum Opfer fallen. Spuren konnten als Todesursache bei beiden Seeadlern nachgewiesen werden.

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