08.06.2012 22:00 |

Genuss beim Töten

Großneffe von Serienkiller als Mörder verurteilt

Der als "Rucksackmörder" bekannt gewordene australische Serienkiller Ivan Milat (Bild rechts) hat einen Nachahmer in der eigenen Familie. Milats erst 19 Jahre alter Großneffe (Bild li.) ist jetzt wegen des Mordes an einem Mitschüler zu 43 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Matthew Milat habe sich mit dem Verbrechen gebrüstet und in Anspielung auf seinen Großonkel geprahlt: "Das ist, was die Milats tun", wie Richterin Jane Mathews vom Obersten Gericht in New South Wales am Freitag sagte.

Matthew Milat hatte sich schuldig bekannt, im November 2010 einen gleichaltrigen Mitschüler in einem Wald brutal mit einer Axt getötet zu haben. Milat habe "ausschließlich zu seinem persönlichen Vergnügen einen Freund auf unvorstellbare, grausame und brutale Art" umgebracht, sagte Richterin Mathews bei der Urteilsverkündung. Der 19-Jährige wurde zu 43 Jahren Haft verurteilt, von denen er mindestens 30 Jahre absitzen muss.

Mitschüler filmte Bluttat mit Handy
Den Mord filmte der am Freitag ebenfalls verurteilte Mitschüler Milats, Cohen Klein, mit seinem Handy. Der heute 19 Jahre alte Klein, der sich ebenfalls schuldig bekannt hatte, fasste 22 Jahre Haft aus. Die beiden Burschen hatten ihr Opfer mit dem Versprechen auf Marihuana im November 2010 in den Belanglo-Wald südwestlich von Sidney gelockt.

Genuss beim Töten
Dort hatte Milat seinem Mitschüler, der an diesem Tag seinen 17 Geburtstag feierte, eine Axt in den Oberkörper gerammt und ihm dann knapp fünfzehn Minuten lang gedroht, ihm den Kopf abzuschlagen. Das Flehen des schwer verletzten Burschen und den zweiten, tödlichen Axthieb in den Schädel des Opfers zeichnete Komplize Klein mit seinem Mobiltelefon auf.

Psychiatrische Gutachter berichteten bei der Gerichtsverhandlung zudem von Gedichten, die Milat nach der Bluttat verfasst und seiner Mutter geschickt hatte. Darin habe er den Mord verherrlicht und Genuss beim Töten zum Ausdruck gebracht.

Großonkel verscharrte Opfer im Wald
In demselben Wald, in dem Matthew Milat seine Tat beging, waren auch die verscharrten Opfer seines Großonkels Ivan gefunden worden. Dieser hatte zwischen 1989 und 1992 sieben Rucksacktouristen ermordet. Er wurde 1996 zu siebenfach lebenslanger Haft verurteilt und sitzt seither in Einzelhaft. Die Ermittler vermuten, dass er bis zu 30 weitere Morde verübt haben könnte.

"Rucksackmörder" Ivan Milat hatte zuletzt 2009 für Aufsehen gesorgt. Er schnitt sich damals im Gefängnis mit einem Plastikmesser den kleinen Finger der linken Hand ab, um ihn an den Obersten Gerichtshof Australiens zu schicken. Milat wurde zwar sofort ins Krankenhaus gebracht, die Chirurgen konnten den Finger aber nicht wieder annähen.

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