Knochenschwund, Krämpfe, Müdigkeit - ein Mangel an Vitamin D kann sich unterschiedlich auf Körper und Geist auswirken. Die richtige Substitution ist vor allem im Winter wichtig.
„Bis zu 80 Prozent der Bevölkerung in Europa weisen einen Vitamin-D-Mangel auf. In Österreich kommt das vor allem im Winter häufig vor, da der Vitamin-D-Bedarf über die körpereigene Produktion aufgrund der kurzen Tage und oft fehlender Sonne nicht gedeckt werden kann“, erklärt Steve-Oliver Müller-Muttonen, Primarius am Arbeitsmedizinischen und Arbeitspsychologischen Institut Kärnten (AMI), und ergänzt: „Unser Körper kann in der Haut bis zu 90 Prozent des Vitamins mithilfe von Sonnenlicht bilden. Für eine ausreichende Synthese genügt es, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche der Sonnenstrahlung auszusetzen. Jedoch nur halb so lang wie es sonst dauern würde, um einen Sonnenbrand zu bekommen. Längere Zeiten würden lediglich das Risiko für Hautkrebs erhöhen.“
Vitamin-D-Mangel ist vor allem im Winter weit verbreitet. Der Bedarf wird über die körpereigene Produktion nicht gedeckt.
Steve-Oliver Müller-Muttonen, Primarius
Ist dies aufgrund der Witterungsverhältnisse aber nicht möglich, können Osteoporose, also Knochenschwund, Krampfanfälle, eine erhöhte Infektanfälligkeit, aber auch Müdigkeit und Abgeschlagenheit bis hin zu depressiven Verstimmungen die Folgen sein. Um dem vorzubeugen, ist es umso wichtiger, Vitamin D richtig zu substituieren. Abgesehen von der Sonnenstrahlung kann der für den menschlichen Körper so wichtige Stoff über die Nahrung aufgenommen werden. Lebertran zählt dabei mit Abstand zu den effektivsten Ersatzmitteln. Aber auch in Fischen wie Hering, Sardine oder Lachs sowie in Pilzen und sogar in Schmelzkäse ist Vitamin D enthalten.
Unterstützung aus der Apotheke
„Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist über eine ausgewogene Ernährung allein aber nicht möglich. Deshalb wird als Therapie Vitamin D3 eingesetzt. Dieses stammt aus tierischen Quellen und ist zweimal so effektiv wie das Vitamin D2, das überwiegend aus Pflanzen gewonnen wird“, so der Arbeitsmediziner. Meist reichen wenige Tropfen pro Tag aus, um einem Mangel vorzubeugen bzw. diesen auszugleichen. „Bei Personen mit erhöhtem Risiko für einen Vitamin-D-Mangel ist eine Supplementierung ganzjährig durchzuführen“, rät Müller-Muttonen. Der Vitamin-D-Status wird mittels eines Bluttests eruiert. „Ein optimaler Vitamin-D-Spiegel liegt zwischen 20 und 50 Nanogramm pro Milliliter Blut“, so der Primarius.
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