Mo, 23. Juli 2018

Neugründungspläne

24.05.2012 11:25

Nach Wahlschlappe: Berlusconis Partei stürzt in die Krise

Nach der schmerzhaften Niederlage bei den Bürgermeister-Stichwahlen am Sonntag und Montag stürzt die Mitte-Rechts-Partei des ehemaligen italienischen Premiers Silvio Berlusconi in die Krise. Die Gruppierung "Volk der Freiheit" (PdL) musste in vielen am Urnengang beteiligten Gemeinden schwere Stimmenverluste hinnehmen. Parteikoordinator Sandro Bondi zog die Konsequenzen des Wahldebakels und reichte seinen Rücktritt ein. Dieser wurde von Berlusconi jedoch zurückgewiesen. Stattdessen plant er angeblich eine Umgestaltung oder sogar eine Neugründung der Partei.

Der 75-jährige Berlusconi überlege jetzt die Neugründung der Partei mit einem neuen Namen, hieß es in PdL-Kreisen. Sein Ziel sei, einen zentrumsorientierten Block aufzubauen, der bei den Parlamentswahlen im kommenden Jahr gegen die Linke antrete, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica". Noch unklar ist, ob Berlusconi als Premier kandidieren will.

Seine PdL habe einen hohen Preis für den Bruch der Allianz mit der rechtspopulistischen Lega Nord gezahlt, betonte Berlusconi. PdL und Lega hatten sich nach dem Sturz der Regierung Berlusconi im November getrennt. Der Medienzar will sich für eine Reform des Wahlgesetzes einsetzen. Zugleich will er in Italien eine Verfassungsreform mit der Einführung eines Präsidentschaftssystems nach französischem Muster einsetzen.

"Italia Futura" als neue Zukunftshoffnung?
Berlusconi muss mit Konkurrenz rechnen. Der Chef des Sportwagenherstellers Ferrari, Luca Cordero di Montezemolo, hat konkrete Projekte für seinen Einstieg in die Politik. Seine reformorientierte Bewegung "Italia Futura" könnte an den Parlamentswahlen 2013 teilnehmen. Ziel sei, eine tiefgreifende Erneuerung im Land zu fördern. "Wir sind nicht an Allianzen zum Erhalt alter Systeme interessiert", schrieb Montezemolo in einem Brief an die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera".

Montezemolo hat die Stiftung "Italia Futura" 2010 gegründet. Schon über Jahre hinweg wird über mögliche Ambitionen des Großunternehmers spekuliert. Montezemolo wirkt als Wählermagnet und könnte mit seiner Initiative starkes Interesse im orientierungslosen Mitte-Rechts-Lager wecken.

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