02.05.2012 11:59 |

Gutachten deckt auf

Listerien-Quargel mitverantwortlich für 7 Tote

Vor mehr als zwei Jahren starben acht Menschen in Österreich und Deutschland nach dem Konsum von mit Listerien verseuchtem Quargel aus dem oststeirischen Hartberg. Nun steht laut einem medizinischen Gutachten fest: Bei sieben Menschen war die Listeriose zumindest mitverantwortlich für den Tod. Damit sei die Voraussetzung für eine Anklage wegen fahrlässiger Gemeingefährdung mit Todesfolge gegeben, erklärte am Mittwoch der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Hansjörg Bacher.
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Acht Menschen waren 2009 und 2010 nach dem Konsum des Käses gestorben. Seither ermittelten die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt gegen Hersteller, Mitarbeiter und die kontrollierenden Behörden. Bevor über eine Anklage entschieden werde, müsse nun noch geprüft werden, ob Organen der Landessanitätsdirektion Steiermark möglicherweise Fehler bei der Kontrolle des Betriebs unterlaufen sind, so Bacher. Im Raum stehe die Akzeptanz von zu hohen Grenzwerten. Im Sommer sollen die Ermittlungen abgeschlossen sein.

Nicht erhärtet hat sich der Verdacht gegen Vertreter des Bundesministeriums für Gesundheit. Weiterhin verdächtigt werden aber fünf Mitarbeiter des oststeirischen Käseerzeugers Prolactal.

Mängel im Qualitätsmanagement
Schon vor dem abschließenden Gutachten haben Sachverständige Mängel im Qualitätsmanagement und nicht rechtzeitig getroffene Maßnahmen zur Behebung des Problems festgestellt - insbesondere bei der Prüfung des Mindesthaltbarkeitsdatums der zu verarbeitenden Rohstoffe.

Außerdem seien Probeziehungen nicht ordnungsgemäß erfolgt und Produktionsstopp sowie Rückholung nicht rechtzeitig veranlasst worden. Auch seien die Verantwortlichen "offensichtlich von einer falschen Toleranzgrenze" ausgegangen, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft.

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