Die jüdische Sängerin Ethel Merhaut sprang kurzfristig bei dem Gedenkkonzert anlässlich des 85. Jahrestages der Novemberpogrome 1938 ein. Aufgrund der aktuellen Lage in Israel musste das Konzert in Salzburg strenge Sicherheitsmaßnahmen für Publikum und Künstler beachten.
„Als Künstlerin muss ich mich jetzt entscheiden, meine jüdische Identität zu verschweigen oder zu ihr zu stehen. Für mich kommt nur Zweiteres in Frage. Wir stehen zu unseren Werten der Menschlichkeit und der liberalen Demokratie. Es gibt mir auch Kraft, dass viele Menschen aus allen Teilen der Bevölkerung das genau so sehen“, sagt Ethel Merhaut. Die Wiener Künstlerin sprang kurzfristig bei der Gedenkveranstaltung am Donnerstag in der Villa Vicina anlässlich des 85. Jahrestages der Novemberpogrome 1938 und des 55. Jahres der Wiedereröffnung der Synagoge in Salzburg ein.
Obwohl sich antisemitische Vorfälle in den vergangenen Wochen österreichweit häuften und die ursprüngliche Band nur wenige Tage vor Konzertbeginn ihre Zusage zurückgezogen hat – die „Krone“ hat berichtet – weigerte sich Elie Rosen, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, das Konzert abzusagen. Für ihn sei es wichtig, als Jude Präsenz zu zeigen. „Gerade weil viele von uns Angst haben“, sagt Rosen. Dieser Meinung ist auch Merhaut. Sie möchte mit ihrer Musik auf die aktuelle Lage in Israel und auch in Österreich hinweisen. „Man muss aktiv über Antisemitismus reden und ihn bekämpfen. Ich mache das mit meiner Kunst, meinem Gesang“, sagt die Wienerin.
Durch die strengen Sicherheitsmaßnahmen konnte das Konzert ohne Störungen stattfinden.
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